
Mit „Reim auf dich“, „Ich hab dich verloren“ und dem Duett „Deine große Liebe“ mit Moritz Krämer hat WIM in diesem Jahr bereits drei Vorab-Singles veröffentlicht. Am 16.10.2026 folgt nun via Windig ihr zweites Album Wenn man das Licht zurückverfolgt, weiß man, wie alt die Sterne sind. Die Hamburger Indie-Pop-Künstlerin verbindet darauf wieder ihre poetische Tiefe mit einem frischen, synth-poppigen Sound, der Raum für Leichtigkeit und Bewegung schafft. Schon der Titel macht den zentralen Gedanken der Platte deutlich: Licht wird hier zur Metapher für Vergangenheit – für das, was sichtbar bleibt, obwohl es längst vergangen ist. Wer ins Licht schaut, erkennt also auch, was war. So entsteht ein Werk, das Schwere nicht ausblendet, ihr aber Wärme entgegensetzt und zeigt, dass im Zurückblicken nicht nur Verlust liegt, sondern auch ein neues Verständnis füreinander wachsen kann. In zehn Songs erzählt WIM von prägenden Momenten, Verlust, Erinnerung und dem, was Menschen im Verborgenen formt. Die Lieder feiern die kurz aufflackernden Augenblicke – Fragmente von Erinnerungen und Gedanken, die nachhallen. Immer wieder richtet sie den Blick auf das Unsichtbare im Sichtbaren: auf Erfahrungen, die weiterwirken, ohne sich aufzudrängen, und auf die Frage, wie daraus ein tieferes Verständnis für sich selbst und für andere entstehen kann. Wo das Leben eine spürbare Leerstelle hinterlässt, entscheidet sich WIM, nicht stehen zu bleiben, sondern ein bewegliches, zugewandtes Album in die Welt zu bringen, auf dem Verlust ebenso Platz hat wie Erinnerungsfeierei und Trost. Ein Album, das Empathie einfordert, ohne zu beschweren – und das zeigt, dass selbst schwere Themen tanzbar sein können. Den Auftakt macht „Auf den Tischen“ – ein Lied über eine Großmutter, die WIM nie kennenlernen konnte und die sie dennoch prägt. Aus einem Gespräch mit ihrem Vater entstand das Porträt einer Frau, die ihrer Zeit voraus war: selbstbestimmt, eigenwillig und frei. „Unser Haus“ blickt ebenfalls zurück ins Elternhaus und auch auf das, was sich verändert hat: Orte bleiben, die Menschen nicht. „Gute, alte Zeit“ bezieht dagegen klar Stellung gegen die Sehnsucht nach einem vermeintlich besseren Früher – „gegen das Rückwärtsgewandte“, wie WIM sagt. Auch Verlust und Vermissen sind zentrale Themen des Albums. In „Blinder Fleck“ besingt die Hamburger Songwriterin ein abruptes Verschwinden, das Sprachlosigkeit hinterlässt. Und „Immer da“, ein Song der über lange Zeit entstanden, in vielen Versionen verworfen und neu geschrieben worden ist, erzählt am Ende von dem, was bleibt, wenn jemand für immer fehlt. Auch die drei Vorab-Singles haben das inhaltliche Spektrum des Albums bereits abgesteckt: „Reim auf dich“ ist ein bewusstes Spiel mit Erwartungen – ein Song, der wie ein Liebeslied klingt, aber einer Freundschaft gewidmet ist. Zärtlich, poetisch und gutgelaunt besingt WIM darin die Schönheit des Anhimmelns. „Ich hab dich verloren“ erzählt ohne Pathos, aber voller Wucht vom Verschwinden im Alltag – „ein Lied über Leute, die nach Berlin gehen und dann nie mehr wiederkommen“. Mit „Deine große Liebe“ folgte zuletzt ein Duett mit Moritz Krämer (Die höchste Eisenbahn) übers Loslassen, über den Mut, weiterzugehen – und als Appell, sich nicht in der Vergangenheit zu verlieren. Für die Singles gab es auch bereits Airplay von NDR 2, FluxFM und radioeins, so dass WIM einmal mehr unter Beweis stellt, dass inhaltliche Tiefe auch mit Radio-Tauglichkeit vereinbar ist. Schon mit ihrem Debüt Boxer (2022) und Liedern wie „An manchen Tagen“ und „Löwenherz“ zeigte WIM, wie sie mit poetischer Sprache eine Intensität und Nähe schaffen kann, die zugleich Verbundenheit stärkt. Mit ihrem zweiten Werk knüpft sie nun daran an und entwickelt sich konsequent weiter. Nicht zuletzt liegt das an der erneuten Zusammenarbeit mit Produzent Tobias Siebert (Kettcar, Enno Bunger), der bereits Boxer maßgeblich mitgestaltete. Gemeinsam öffnen sie den Sound in Richtung XL-Pop: Die Songs werden rhythmusgetriebener, luftiger und teils konsequent vom Beat getragen. Und wenn es inhaltlich doch zu schwer wird, tanzen sie im Studio zu Paula Hartmann, hören Chappell Roan und lassen sich von Wir Sind Helden inspirieren. Das Ergebnis klingt organisch und gleichzeitig frisch – unverkennbar WIM, aber mutiger und offener als je zuvor. Wenn man das Licht zurückverfolgt, weiß man, wie alt die Sterne sind wagt den weiten Blick zurück, würdigt das, was war, und lässt so das Hier und Jetzt – mit all seinen Möglichkeiten – umso stärker leuchten. Im November 2026 bringt WIM das neue Album dann auch auf große Tour.
