Paula Carolina

Paula Carolina veröffentlicht ihr zweites Studioalbum „wild“ und hat sich einen Kreativ-Kosmos eingerichtet, der ob seiner Wildheit und seiner pastellrosa-neongrün-kariert-gestreiften Tapeten schon aus weiter Ferne zu erkennen ist. Hier ist so gut wie alles erlaubt, hier stehen Haare zu Berge, hier trifft die goldene Winkekatze im improvisierten Teleshopping-Studio auf’s Shetlandpony, hier erlebt das seit „Westerland“ tragischerweise verschütt gegangene Nischen-Genre „BRAVO-Punk“ ein furioses Revival im maximal eigensinnigen Gewand. Paula-Carolina-Musik ist tanzbarer Indie-Pop mit Moshpit-Aroma, ist brandneue deutsche Welle nach aufgepepptem Achtzigerjahre-Rezept, ist die Begegnung zwischen „krankhafter Gitarrenmusik“ und mal orchestralen, mal choralen, mal Electro-esken Elementen. Hier knallt Hit-Appeal auf intendierte Weirdness, Progressivität auf Klassik, Warnweste auf roten Teppich. „wild“ lebt von der mitreißenden Euphorie, der Improvisation, der Detailverliebtheit, dem schrankenlosen Spaßhaben jener Tage – vom Witz, der sich ins Studio übertrug und deshalb unisono in den Kompositionen und Texten dieses Albums steckt. Hinter so gut wie jedem Gag verbirgt sich ein zeitgeistlicher Gegenstand, ein Stück moderne Welt, ein zweiter Boden, ein Twist: Paula Carolina fühlt sich am wohlsten, wo Ironie ins Ernsthafte, Ernsthaftes ins Ironische, Privates ins Politische und Politisches ins Private abkippt.

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