
Nachdem Nono in seiner Debüt-Single über eine verlorene Freundschaft gesungen hat, wird es im zweiten Song „Komisch“ politisch. Der Musiker hat sein bisheriges Leben in Deutschland verbracht. Während der Rechtsruck Themen wie Heimatliebe und Rassismus wieder salonfähig macht, verdeutlicht Nono hier die absurde Seite dieser gefährlichen Entwicklung. Auch der Sound von Komisch ist neu. Gitarren kommen hier nur sehr dosiert vor, während Synthesizer, Samples und Drum-Computer-Bässe dominieren. So verbinden sich Gesang und Klang zu einem sich gegenseitig verstärkenden und kraftvollen Tüdelband, das einerseits an Farin Urlaub, andererseits an Kraftwerk oder Tangerine Dream erinnert. Diesem Liedgut wird ein Sahnehäubchen aus mitreißenden Rhythmen aufgesetzt, die den entstockten deutschen Arsch twerken lassen. In Zeiten, wo rechtsradikale Begriffe im Mainstream ankommen, sind Songs wie Komisch wichtig, um ein Gegengewicht zur Nazi-Kleingeistigkeit im deutschen Diskurs zu bilden. Es steckt bereits genug Gewalt in der deutschen Sprache, und Worten folgen bekanntlich Taten.

