Leo Kaminski

Warme Luft, milde Abende, irgendwo zwischen Sonnenuntergängen in anderen Bundesländern und einem Wiedersehen, das längst überfällig ist: Hier entfaltet „Bauchgefühl“, die neue Single des Aacheners Leo Kaminski aus seiner am 10. Juli erscheinenden „Flugangst“ EP, genau diese besondere Melancholie, die oft mit dem Frühling zurückkommt. Das Leben wirkt kurz leichter – und gleichzeitig spürt man, dass sich etwas verschiebt. „Bauchgefühl“ funktioniert dabei in zwei Richtungen zugleich. Einerseits als luftiger Sundowner-Sommersong mit dezenten Melodien und lockeren Drums, andererseits als deutlich persönlicherer Blick nach innen. Zwei Parts stehen sich gegenüber, zwei Wahrnehmungen derselben Welt. Vögel, die ihren Frust rausschreien auf der einen Seite – Vögel, die singen auf der anderen. Es geht darum, wie sehr die eigene Gefühlslage bestimmt, wie man die Welt sieht – und beschreibt. „Bauchgefühl“: Ein Song über die Kunst, auf die eigene innere Stimme zu hören. „Wenn du zu viele Dinge nicht sagst und immer weiter runterschluckst, enden die Worte irgendwann als Steine in deinem Bauch“, erklärt Leo Kaminski. Dieses Bauchgefühl zieht sich durch den ganzen Song: als leise Unruhe, die auch dann bleibt, wenn draußen längst wieder alles heller wird. „Bauchgefühl“ erzählt von Fortschritt und der Ambivalenz dahinter. Von der Frage, wann eigentlich genug ist. Wie sich Zurückkommen anfühlt. Und wie viel man überhaupt braucht, um glücklich zu sein. Gerade dadurch fügt sich der Song nahtlos in die Welt der kommenden EP „Flugangst“ ein. Wieder geht es um Bewegung und Unsicherheit, um Aufbruch und Selbstreflexion – aber diesmal in wärmeren Farben. „Bauchgefühl“ trägt diese Gedanken nicht schwer vor sich her, sondern lässt ihnen Luft. Der Song funktioniert deshalb ebenso als introspektiver Moment wie als unbeschwerter Soundtrack für lange Abende, an denen man merkt, dass etwas Neues beginnt, obwohl scheinbar alles stillsteht. Leo Kaminski, 2003 in Aachen geboren, steht für melancholischen, detailverliebten melodischen Rap zwischen Zurückhaltung und Dringlichkeit. Vom Produzieren im Kinderzimmer bis zur Bühne des splash!-Festivals hat er sich Schritt für Schritt eine eigene Sprache erarbeitet – bildhaft, assoziativ und bewusst ohne Pathos. Nach dem Debüt „Alle denken“ (2024) und der EP „Stahlbeton“ (2025), nach Songs mit Sonos Cliq und 9inebro lebt und arbeitet er heute in Köln, wo neue Impulse auf alte Prägungen treffen. Seine Songs erzählen vom Aufbruch, vom Zweifeln, vom Rauskommen – und davon, voranzugehen, ohne abzuheben.

www.instagram.com/leo._kaminski