„Feuer und Flamme für etwas sein“ bedeutet den Extra-Meter bzw. über die persönlichen Grenzen zu gehen. Sich einer noch so schwierigen Aufgabe zu widmen, um den langersehnten Traum endlich in Erfüllung gehen zu lassen. Doch ein Feuer brennt nicht ewig. Gegenwind durch Gesellschaftsdruck und Kapitalismus bzw. Wasser in Form von Schweiß und Tränen bedrohen die Flamme und führen im schlimmsten Fall zum „Burn-Out“. Eine perfekte Metapher für ein Künstlerleben wie es Mwita Mataro führt. Er kann davon ein Lied singen kann – und hat es jetzt getan. „4 Uhr Nachts“ handelt vom täglichen und nächtlichen Kampf, um von der eigenen Kunst (über)leben zu können, den Kellner-Job endlich an den Nagel zu hängen und Zeit für Liebe, Beziehung und Freund:innen zu finden. Mwitas Bio wirkt auf den ersten Blick wie eine Erfolgsgeschichte: Internationale Touren mit seiner Indie-Rock-Band At Pavillon, Protagonist und Co-Regisseur der erfolgreichen Doku „Austroschwarz“, Solo-Musiker mit regelmäßigem Radio-Airplay und Stammgast bei Talks und Fernsehinterviews. Aber der Schein trügt, denn in Wirklichkeit ist auch das keine Absicherung gegen ein finanziell prekäres Dasein. Wie also endlich daraus ausbrechen? Weiterkämpfen? Die Grenzen missachten? Schlaf, Ruhe und mentale Gesundheit zu Lasten des inneren Antriebs vernachlässigen? Nein, kein Gedankenkarussell mehr um „4 Uhr Nachts“, nie mehr Angst und Panik den Traum nicht erreichen zu können. Denn die Erfüllung eines Traumes ist ein kontinuierlicher Prozess. Den einen großen Traum gibt es wahrscheinlich gar nicht, sondern nur viele kleine, die wir eventuell noch gar nicht am Schirm hatten. Also die Flamme lieber etwas kleiner halten, „denn das Wichtigste ist, dass das Feuer nicht aufhört zu brennen“

