
Es gibt diese Nächte, in denen man nicht nachsieht, wie kalt es draußen ist, sondern auf die drei Ziffern der Digitaluhr starrt, „bis sie alle gleich sind oder ich es nicht mehr sagen kann“. „Nicht so wichtig“, die dritte Single aus dem Debütalbum „Wenigstens Wir“ (02.10.2026), ist ein Song über das Warten – und über den Stillstand, der sich jedes Mal wieder auflöst. Früh aufwachen, im Stau die Nummernschilder der anderen auswendig lernen, wie in Zeitlupe am Unfall vorbeirollen: Jede Strophe hält an, jede Strophe fährt weiter. Musikalisch übernimmt die Band diese Bewegung. Eine Orgel und ein tiefer Synth-Bass tragen den Song, die Leadgitarre betont in den Strophen die punktierten Achtel und macht aus dem Stocken eine eigene Rhythmisierung. Die Refrains lösen die Spannung dann elegisch ein: Sie werden von Mal zu Mal größer, weiter und melancholischer, ohne je laut zu werden. Was das Warten füllt, ist das Verdrängen. „Falls jemand fragt, ich war länger nicht krank“, „ich kam planmäßig an“, „solang ich hier bin, bin ich richtig“ – lauter Auskünfte an eine Instanz, die gar nicht gefragt hat. Erst am Ende rutscht der Refrain an die wunde Stelle und lässt sie sofort wieder los: „Dass du nicht hier bist, das ist zwar richtig, aber was sich darauf reimt, ist nicht so wichtig.“ Lakonisch, trocken, und genau deshalb tut es weh. Hallo Volte sind Jörn Dege (Gesang/Gitarre), Konrad Feldmeier (Synthesizer/Orgel), Daniel Fritz (Schlagzeug) und Benjamin Speh (E-Gitarre) – vier Musiker, die sich seit Jugendtagen kennen, heute über ganz Deutschland verstreut leben und sich in einem Berliner Studio zusammengefunden haben. Nach der gefeierten Debüt-EP „Anderswo“ (2025) erscheint am 02.10.2026 das Debütalbum „Wenigstens Wir“, digital und auf Vinyl. Dirk von Lowtzow (Tocotronic) über die Band: „Die Schönheit der vorauseilenden Wehmut, die Schönheit der Revolte: Hallo Volte. Hören Sie diese Band!“
