
„Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann / Doch keiner von ihnen war es, sie haben weiße Westen an / Jede meiner Freund*innen hat die Scheiße mal erlebt / Aber niemand ist ein Täter und ich frag‘ mich, wie das geht“. So wie nahezu jede weiblich gelesene Person, haben auch Mariybu und Ebow ihre Erfahrungen machen müssen – besonders in der Musikindustrie werden Täter nicht nur von ihren Kumpels geschützt, sondern ebenso von bestehenden Machtstrukturen. Das hierbei oft genannte Argument „Nicht alle Männer“, als Antwort auf die kollektive FLINTA*-Wut gegen ein bestehendes System, wird von den zwei Künstlerinnen kurzerhand ausgekontert – und so findet sich eben diese Wut über die anhaltenden Missstände in der DNA jeder einzelnen Zeile wieder. Doch damit nicht genug: Indem Mariybu und Ebow mit dem Schweigen brechen und von ihren Erlebnissen berichten, wird ihr gemeinsamer Song zu mehr als einer bloßen Solidaritätsbekundung: „Nicht alle Männer“ ist eine unmissverständliche Kampfansage und die neue 8. März-Hymne! Mariybu ist “versaut und gut drauf und dir viel zu verrückt”, außerdem laut, kompromisslos und ihr eigenes Ideal. Dabei zeigt sie sich schonungslos ehrlich und schamlos vulgär, garniert mit feinstem Humor – gekommen, um das Patriarchat endgültig Hops zu nehmen. Kurz gesagt: Mariybu ist “FRECH” und hat daraus noch nie einen Hehl gemacht. Ob maskuline Alpha-Männer, Pseudo-Feministen oder Möchtegern-DJs (auf mehreren Ebenen), sie alle kriegen ihr Fett weg und werden von Mariybu auf höchstem Entertainment-Niveau gekonnt vorgeführt. Die selbsternannte B*tch dreht den Spieß um und lässt grenzüberschreitende Cis-Männer von ihrer eigenen Medizin kosten, treibt es ironisch auf die Spitze à la #meninfemalefields und geht mit ihrer F0dsengang kollektiv Crashout. Die Berliner Hyperpop-Ikone produziert und schreibt außerdem komplett selbst, gilt als Pionierin des brandaktuellen Genres Fotzenmusik und hat mit ihrer Single “Kein Ponyhof” nicht nur einen neuen Style etabliert, sondern auch ihre künstlerische Identität ein für alle Mal zementiert. Nachdem Mariybu mit „Kein Ponyhof“ im Sommer 2025 dann auch noch erstmals die Millionenmarke im Streaming knackt, folgt mit „Dein Ideal“ kurze Zeit später ein unmissverständliches Statement in Großbuchstaben: „Ich bin eine Bitch! Eine Schlampe, eine Fotze und du nicht!“. Mit jeder Menge Fuck-Off-Attitüde, ohne Angst vor Tabus und den entsprechenden Reaktionen, stellt Mariybu Track für Track ihr neues Album zusammen. Nicht nur den Texten, auch den Beats hört man an, dass Mariybu sich längst von jeglichen Konventionen befreit hat: Ballernde Bässe treffen auf Y2K-Rave gepaart mit Synth- und Trance-Elementen und bieten den FRECHen Texten genau das richtige Soundbild. Indem Mariybu die erlebten Geschichten in Songs verpackt, kann sie sich im echten Leben besser abgrenzen – und macht sich und allen FLINTA*s die relaten können, das wohl beste Geschenk in diesen Zeiten: Etwas zum Lachen zu haben. Das „FRECH“-Album erscheint über ihr eigenes Label TangaTunes passenderweise am Herrentag, dem 14. Mai 2026, auf Vinyl und digital.

