Jugo Ürdens

„Für mich“ ist eigentlich „für dich“. Ganz einfach, weil der Wiener Indie-Charmeur Sachertorte, Opernball und falsche Eleganz gegen markante Jogginganzüge, selbstreflektierten Wahnsinn und jede Menge Ostblock-Romantik eintauscht. Entstanden ist ein Album, das nicht nur den perfekten Soundtrack für feuchtfröhliche Sommernächte liefert, sondern auch einiges zum Nachdenken mitgibt. Ein Album mit musikalischem Augenzwinkern. Songs wie „Kopf hoch“ oder „So wie du“ kommen zwar als waschechte Indie-Hits daher, mit Melodien, die noch lange im Kopf nachhallen, tragen aber auch jede Menge Widersprüche in sich. Hier treffen unüberhörbarer Intellekt, markanter Wortwitz und der tiefe Blick ins Seelenleben eines Künstlers auf Balkan-Melancholie, Großstadt-Zynismus und rohe Direktheit. Immer ehrlich. Immer authentisch. Und immer mit einem musikalischen Augenzwinkern, das uns daran erinnern soll: „Diese Songs sind eben nicht nur für mich, sondern für alle, die sich so fühlen“, beschreibt Jugo seine neuen Tracks. Wie Falco ohne gespielte Arroganz. „Ich spür’ das Kribbeln in den Fingern, ich bin ein Hund in seinem Zwinger“, rappt Jugo Ürdens auf „Panik!“ und belegt damit, dass er nicht nur menschlich ein Mann der absoluten Gegensätze ist, sondern auch musikalisch. Ein bisschen schizophren klingen Songs wie „Kiwikopf“ oder „Alles wird gut“ featuring Mola durchaus, aber immer herrlich echt und sympathisch. Jugo kombiniert intelligenten Indie-Rap mit wahnwitziger Popmusik und einem ordentlichen Schlag Wahnsinn. Das ist Austro-Pop von morgen: eine neue, ehrliche Stimme aus Österreich. Und dieses Album ist der beste Beweis dafür.

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