
Nach über 10 Jahren enger Freundschaft und langjähriger Arbeit in verschiedenen Bands haben sich Finja Sander und Valentina Tamara Dornblut zu einem neuen Projekt zusammengefunden: sander dornblut. Beide gründeten bereits mit 14 ihre erste Band, aus der wenig später baby of the bunch enstehen sollte und waren zwei der tragenden Kreativkräfte dieser Band. Mit einem reduzierten Indie-Pop-Sound navigiert das Duo aus Leipzig und Berlin zielsicher zwischen urbaner Melancholie und dem kompromisslosen Freiheitswillen des Indie-Pops der 2010er. Mit einer gehörigen Portion Mut zur Verletzlichkeit und nicht ohne ein charmantes Augenzwinkern erzählen die beiden von all den Wirren der Anfang-20er in einer Welt, welche einem selbst zum Durchzuatmen oft keine Zeit lässt. Nun kehren die beiden Musikerinnen heim und damit meinen wir: sie schließen sich ein, in einem Zimmer voll geliehenem Equipment im Osten Berlins und später zum Aufnehmen in einem Proberaum am Rande Leipzigs, und dort schreiben sie endlich die Musik, die sie wahrscheinlich schon vor 10 Jahren im Kopf hatten. Nach einem vielversprechenden Start mit ihrer Debütsingle “Trümmerfeld” (u.a. in “Freitag alles neu” auf Deezer) liefern sander dornblut mit “Ringbahn” einen bittersüßen Indie-Pop-Track über Schmerz, Hoffnung und das Weitermachen im Kreis. Zwischen treibendem Beat und verletzlichem Gesang à la hey nothing. und girl in red erzählen die beiden Freundinnen vom emotionalen Stillstand nach einem schmerzhaften Bruch – und vom Versuch, durch Bewegung wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Es geht ums Vermissen, ums Verlorensein und um das Paradoxon der Einsamkeit in einer viel zu großen Stadt wie Berlin. “Ringbahn”, die zweite Single von sander dornblut ist ein Must-Hear für Fans von Blumengarten, Dominik Hartz und Alli Neumann und – trotz des Titels – der perfekte Song zum Radfahren durch ein Sommergewitter. Obwohl man das vielleicht lieber nicht tun sollte. Aber was wissen wir schon.
