„Auch wenn ihr meine Fresse satt habt, komm’ ich ungefragt mit neuem Krach an!“ Der Hamburger Rap-Newcomer clausy droppt – trotz mangelnder Nachfrage – seine zweite EP „NACHSCHLACH“. Gemeinsam mit seiner schlechteren Hälfte Timon Lanzinger produziert er sechs Alternative-Rap-Tracks, die sich textlich und vor allem klanglich bewusst von klassischen Hip-Hop-Konventionen lösen und die Szene einmal ordentlich durchschütteln. Die Grundidee: Aus stumpfem Alltags-Slang werden kompromisslose Banger wie NACHSCHLACH, MACH MA und WASMAN HATMAN gezaubert. clausy zeigt mit seiner Debüt-EP „quarterlife crisis“ (2025) und der kommenden EP „NACHSCHLACH“ (17.04.26), dass er gekommen ist, um zu bleiben – und dass man von ihm in Zukunft noch deutlich mehr Krach, smartes Gepöbel und eigenwillige Sounds erwarten darf. Thematisch bewegt sich die EP zwischen überspitzten Gedankenspielen und konsequenter Selbstsabotage. clausy rappt über den absurden Druck, pausenlos liefern zu müssen und über Vorsätze, die auf halber Strecke verkümmern. Dazu kommen Stories über die schrecklichen Folgen des „Ja-Sagens“, den Umgang mit Dauererreichbarkeit, übertriebene Liebesdramen und größenwahnsinnige Erfolgsfantasien. Erzählt mit viel Augenzwinkern und vergleichsweise wenig erhobenem Zeigefinger. Mindestens genauso viel Liebe steckt in der Produktion der Beats: Die EP eröffnet mit einem Drum’n’Bass-Brett, das kaum atziger sein könnte, und endet in einem klapprigen Boom-Bap-Groove, der klingt, als wäre jemand übers Mischpult gestolpert. Dazwischen prallen Techno, Trap und feinste 80s-Ästhetik aufeinander. Wenn echte Drums und diverse andere Instrumente in die falschen Hände geraten, sind Genregrenzen optional. clausy zeigt mit seiner Debüt-EP „quarterlife crisis“ (Mai 2025) und „NACHSCHLACH“ (April 2026), dass er gekommen ist, um zu bleiben – und dass man von ihm in Zukunft noch deutlich mehr Krach, smartes Gepöbel und eigenwillige Sounds erwarten darf.

