
Mit „HEUTE ODER GESTERN“ legt BADCHIEFF das bislang persönlichste Album seiner Karriere vor – und zugleich das facettenreichste. Die 14 Songs sind eine Momentaufnahme zwischen Rückblick und Aufbruch, Familie und Freundschaft, Überforderung und Euphorie. Über den Druck, sich zu definieren – und die Freiheit, genau das vielleicht gar nicht zu müssen. Und es ist ein Album, das eigentlich schon viel früher hätte erscheinen sollen. „Ohne meine Familie und meine Freunde wäre das Album nicht passiert“, sagt BADCHIEFF. „Das letzte Jahr war nicht meins. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Erst durch mein Umfeld habe ich wieder die Kraft geschöpft weiterzumachen.“ Dieses Gefühl spiegelt auch das Cover: Zwei Gesichtshälften, zwei Zustände. Eine happy und unversehrt, die andere vom Leben gezeichnet. „Es geht um das, was man nicht sieht“, sagt BADCHIEFF. „Wenn man bei jedem emotionalen Schlag auch äußerlich gezeichnet wäre, würden Leute vieles anders verstehen. Aber du läufst rum, funktionierst – und niemand sieht, wie es wirklich in dir aussieht.“ Genau darin liegt die Kraft von „HEUTE ODER GESTERN“: Es lebt von Kontrasten. Von Licht und Dunkel, Leichtigkeit und Schwere. „Ich wollte diesmal Songs machen, die komplett verschieden sind – happy und deep. Weil ich eben auch beides bin“, sagt BADCHIEFF. Auch musikalisch ist diese Entwicklung hörbar: Gemeinsam mit Produzenten wie Hobbes und Ericson aber auch SIRA und Jumpa hat BADCHIEFF ein Soundbild geschaffen, das zwischen den Emotionen wechselt – ohne sich festzulegen. Das Album beginnt mit dem Titeltrack, der direkt in den Moment hineinzoomt. BADCHIEFF pendelt rastlos zwischen den Orten und Zuständen. Ganz schön viel passiert, seit man noch ein kleiner Junge war. Was man gestern wollte, ist heute schon wieder verblasst und umgekehrt. Wofür ist man überhaupt hier? Was braucht die Seele eigentlich? Will man heute oder gestern sein? „MAMAS HAUS“ ist einer der emotionalsten Songs des Albums – und war auch einer der ersten. Kein pathetischer Song über Dankbarkeit, sondern ein ehrliches, persönliches Bild aus der Perspektive des Sohnes auf diese Frau, deren eigenes Leben sicher auch nicht immer einfach gewesen ist. Mit „KIND”, produziert von Jens Schneider und Jules Kalmbacher, beschließt BADCHIEFF zu einem laid back Beat mit dezenten Gitarren und Reggae-Riddim für immer der Mensch zu bleiben, der man damals war. Mag sein, dass das ein naiver Wunsch ist – aber am Ende vielleicht die einzige Möglichkeit, wirklich glücklich und frei zu sein. Apropos: Der vielleicht freieste Moment auf dem Album heißt „JUNG UND LAUT“ mit Ski Aggu – ein energetischer Rausch auf Ed-Banger-Vibes, produziert von SIRA. Zwei Freunde, die auf ihren Weg anstoßen – auf durchzechte Nächte, Euphorie und Chaos. „Wir feiern, was wir erlebt haben, ohne zu viel drüber nachzudenken“, so BADCHIEFF. „Der Track klingt wie das Gegenteil von Grübeln – aber irgendwie ist er genauso ehrlich.“ „GUT AUS“ ist eine frühsommerliche Hymne auf die langen, lauen Nächte in Berlin, auf verwischte Erinnerungen und das Gefühl, dass alles möglich ist. Gemeinsam mit makko und SIRA entsteht ein Song wie ein flüchtiger Moment zwischen Großstadtmelancholie und nächtlicher Leichtigkeit. „EIN TEIL VON MIR“ – eine Neuinterpretation des CRO-Klassikers „Ein Teil“, ist eine Referenz an die eigene Geschichte und alles Erlebte. Genau wie „HALB VOLL”. Denn eben war das Glas noch zur Hälfte gefühlt und jetzt liegen schon überall Scherben. Ein Blick zurück mit bittersüßen Gefühlen und der Erkenntnis, dass nicht nur das Gute bleibt. „HEUTE ODER GESTERN“ ist nicht einfach nur das zweite Album von BADCHIEFF. Es ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung eines Menschen, der vom gefeierten Newcomer zum erwachsenen Künstler geworden ist. Einer, der nicht mehr nur alles ausprobiert, sondern weiß, was ihn ausmacht – und der trotzdem nicht aufhört, zu suchen. „Manchmal fühlt sich alles an wie gestern – und manchmal weiß ich nicht mal, was heute ist“, sagt BADCHIEFF. Genau dieses Dazwischen macht das Album so besonders – weil es weder eine Flucht noch eine Antwort ist, sondern ein ehrlicher Blick auf das Jetzt.
