Noth

„Wir wollen zu viel“. So lauten Titel und These der neuen EP der Indieband NOTH. Aus der Parole hört man unweigerlich politische Schlagworte wie Konsumgesellschaft, Wachstumsdogma oder Kapitalismuskritik raunen. Doch während all diese großen Worte sicherlich mit gemeint sind, nähern sich NOTH der Lebensrealität hinter den Begriffen gleichzeitig persönlicher, verspielter, einfühlsamer – und dadurch vielleicht umso politischer. Musikalisch bauen sich die filigranen bis ekstatischen kammermusikalischen Bläser- und Streicherarrangements diesmal vermehrt um einen intimen Songkern aus Klavier und Akustikgitarre auf. Durch die musikalisch und textlich schillernde Bandbreite, die NOTH bis hierhin abdeckt, ziehen sich ebensoviel chaotische Verspieltheit, wie Genauigkeit und Verantwortungsgefühl in der Sache: der Anspruch, den Figuren der Konzeptalben gerecht zu werden, auch fiktive Menschen als Menschen zu behandeln. Zuletzt schreibt, wer über andere schreibt, auch immer über sich selbst. Hier knüpft NOTHs neue EP „Wir wollen zu viel“ an.

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