BlondeSchatten

Drei Minuten Zeitreise in die Achtziger. Die Sehnsucht, große Verliebtheit und das Zuhause-Gefühl, das einfach nicht verschwinden will. Die Single ist purer, nostalgischer Wave-Pop, klingt vertraut und frisch zugleich und bleibt sofort im Ohr. Besonderheit: Die Köpfe dahinter, Katrin und Kay, kommen nicht aus der Musikbranche, sondern sind zwei Kreative aus den Bereichen Kommunikationsdesign und Animationsfilm. Fast 20 Jahre lang sammelte Katrin ihre Songtexte, Ideen und Demos in einer geheimen Schublade. Dann der gemeinsame Entschluss: „Wir machen das jetzt einfach alles selbst.“ Aus alten Texten, neuen Ideen und purer Experimentierfreude entstand BlondeSchatten, eine multimediale, nostalgische Zeitreise in die 80er mit eigener Bandwelt. Groß geworden auf einem Pferdehof, hatte ich mit Musik absolut nichts am Hut. Nicht mal an Weihnachten. Der Soundtrack meiner Achtziger war Hufgeklapper, der monotone Rhythmus des Besens auf dem Stallboden: „Shit-Shit-Shit“. Und natürlich NDW und New Wave. Viele Jahre später dieser Abend in Hamburg, Konzert meiner Lieblingssängerin. Meine Freundin piekste mir in die Seite und sagte: „Ey, wir müssen auch mal ’nen Song schreiben!“ Ich lachte laut. So absurd. Doch irgendwann fand ich GarageBand auf meinem Laptop. Ich klickte rum, sang ins Mini-Mikro und war sofort entflammt. Danach gab es nichts, das mich glücklicher machte. Und mehr verzweifeln ließ. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, aber viel zu viele Ideen. Bis heute. So wuchs über fast zwei Jahrzehnte meine geheime Schublade voller Songtexte und Melodien. Ich nahm Klavier-und Gesangsunterricht, machte Demos mit Profi-Musikern. Und dann passierte etwas, das es so eigentlich nur im Film gibt. Meine Lieblingssängerin, bei deren Konzert damals alles begonnen hatte, sang für mich ein paar meiner selbstkomponierten Songs im Studio ein. Meine Texte mit ihrer Stimme, einer meiner größten Momente überhaupt. Aber so toll es auch war, es war einfach nicht das, wonach ich suchte. Irgendwann die Einsicht: Okay, ich bin einfach keine Musikerin, keine Sängerin. Klar. Aber Ideen. Melodien und Worte fliegen mir trotzdem ständig zu. Und dann sagte mein Mann Kay den Satz: „Wir machen das jetzt einfach alles selbst.“ Ich lachte laut, schon wieder. So absurd. Wir fingen an, mit smarter Musiksoftware zu experimentieren, und plötzlich klang das nicht mehr nur nach Demo-Bastelstube, sondern nach Autoradio. Nach Songs, bei denen man automatisch lauter dreht und spätestens beim dritten Refrain einfach mitsingt. Aus Texten wurden Songs. Aus Songs wurden Figuren. Und aus den Figuren entstand eine ganze Welt: BlondeSchatten. Eine Band, die es nie gegeben hat und die sich trotzdem anfühlt, als gehörte sie schon immer dazu. BlondeSchatten ist unsere eigene kleine Pop-Schneekugel. Wir schütteln und dann flirren da unsere Ideenschnipsel rum. Texte, Bilder, Atmo. Und obendrauf ein großer Kringel Sprühsahne aus Achtziger-Nostalgie. Diese Leichtigkeit steckt auch in unserer Single „Das vergess ich nie“. Meine Zeilen treffen hier auf ein luftiges Pop-Arrangement aus zackigen Gitarren, eingängigen Synth-Licks und schillernden Gesangsharmonien. Das Musikvideo, eine Romanze zwischen Plattenbauküche und Kohlekraftwerk, hat Kay weitestgehend am Smartphone produziert, im Bus, im Bett, in der Badewanne. „Das vergess ich nie“ ist das Ergebnis purer Freude am Ausprobieren. Einfach die Gehirne und Maschinen zusammenwerfen, bis es Klick macht. Ohne Plan, ohne Kalkül, nur echter, nostalgischer Wave-Pop. Und ein Ohrwurm, der nicht länger ungehört bleiben sollte. Schublade auf. Jetzt ist es draußen. Und das fühlt sich ziemlich gut und richtig an.

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