Jante

Na, heute schon irgendwem die Schuld gegeben? Jante veröffentlichen Single über das dringendste Bedürfnis der menschlichen Seele. Nach dem erfolgreichen Release ihres Debütalbums „Menschen sind komisch“ (über 1 Mio. Streams) melden sich Jante nun mit der Single „Du bist schuld“ zurück – oder, wie Frontmann Jan Thierfelder es ausdrückt: mit dem „zweithäufigsten Satz in jeder Beziehung nach ,Ich liebe dich!‘ Also hoffentlich nur dem zweithäufigsten!“ Jante zeichnen in „Du bist schuld“ erst einmal die typische Break-Up-Szene. Einer eröffnet dem anderen, dass die Beziehung nicht mehr funktioniert und er bzw. sie die Beziehung beenden wird. Doch während man anfangs noch das Gefühl hat, hier fände ein Gespräch auf Augenhöhe statt, entpuppt es sich Zeile für Zeile immer mehr als Rechtfertigungsmonolog darüber, dass die Schuld ja eigentlich ausschließlich beim anderen läge – während dieser zunehmend die Welt nicht mehr versteht. Dass während der Beziehung bereits ein anderer im Spiel war? Eigentlich nur die Folge mangelnder Aufmerksamkeit. Dass man trotzdem geblieben ist? Ein selbstloses Opfer. Und dass man nun geht? Natürlich auch zum Wohle des anderen. „Du bist schuld“ lebt von genau diesem Widerspruch zwischen verständnisvoller Fassade und unterschwelliger Anklage. Je freundlicher die Worte klingen, desto deutlicher wird, was zwischen den Zeilen steht. Jante erzählen die Geschichte in “Du bist schuld” in ihrem mittlerweile schon aus Songs wie „Keine Freunde“ oder Alles Inklusive“ bekannten ironisch-süffisanten Stil. Und sie verleihen dem Song auch musikalisch mittels Bläsern und des jante-eigenen Indie-Folk-Sounds einen mehr sarkastischen als melancholischen Ton. Und auch wenn „Du bist schuld“ zunächst als klassische Break-up-Story daherkommt, schwingt unterschwellig immer die Frage mit: Warum liegt uns Menschen eigentlich so viel daran, anderen die Schuld zu geben? Eine Frage, die auch politisch hierzulande und überall in der Welt immer mehr an Relevanz gewinnt. Und warum können wir sie uns selbst so schlecht eingestehen? Oder anders gesagt: Du bist schuld. Ganz bestimmt! Über 2 Millionen Spotifystreams und Platzierungen in großen Playlists (Wilde Herzen, Gegen den Strom, Deutsch-Pop, New Music Friday, …), Charterfolg im Ausland, Airplays & Rotationen bei großen Radiostationen, mehrfache Förderung durch die Initiative Musik und insgesamt schon weit mehr als 500 Konzerte inklusive großen Festivals wie Southside & Nürnberg Pop sowie ausverkauften eigenen Konzerten und Supportshows/-touren (u.a. mit Michael Schulte, Alexander Knappe, Sebastian Krumbiegel, The Gardener & The Tree, KUULT, Tim Vantol, Alina, Alex Diehl …) zeigen, dass Jante mit ihrem IndieDeutschFolk den Nerv der Zeit treffen. Mit ihrem unverwechselbaren, treibenden Folk-Sound, mit Banjo, Mandoline, Indie-Gitarren und Satzgesängen holt einen die Band immer direkt in den Sommer zurück – zum letzten Roadtrip, zum letzten Festival oder zum ersten warmen Frühsommerabend des Jahres und „erinnern damit stark an die Anfangsjahre der britischen Combo Mumford & Sons” (LVZ). Aber wer ist Jante? Und wer kann diese Frage schon für allezeit zu 100% beantworten? Wer man eigentlich ist? Jante stehen genau dafür, sich diese Frage immer wieder zu stellen. Wer bin ich? Bin ich glücklich in diesem Leben, das ich mir aufgebaut habe? Brauche ich vielleicht nur ein bisschen mehr Mut, ein bisschen mehr Vorstellungskraft um das zu werden, was ich wirklich sein will? Jante klingen nach Aufbruch und Veränderung und stehen als Musiker, die selber erst mit 18 bzw. 21 erstmals zum Instrument gegriffen haben auch mit ihrer eigenen Geschichte dafür wie kaum eine zweite Band. Doch sie geben nicht nur dem Gefühl ein Zuhause, dass im Leben vieles möglich und nur selten ausweglos ist. Jante verschließen sich in teils ironischer, teils ungeschönt direkter Indie-Pop-Manier auch nicht vor kritischen Themen wie Pauschaltourismus, Fake News oder Filterblasen und hinterfragen dabei auch immer wieder ihre eigenen Einstellungen. Denn sich selbst zu hinterfragen bedeutet auch die Gesellschaft und wie wir alle leben zu hinterfragen.

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