
Musik und Medien tendieren derzeit dazu vor allem Erfolg, Optimierung und Positivität zu feiern. Franzen macht etwas anderes. Er singt über das Scheitern. Über die Zweifel, die Ängste, die Abgründe, und darüber, dass genau darin etwas zutiefst Menschliches und Verbindendes liegt. Seine Songs sind eine warme Umarmung für das Unperfekte. Nicht als Trost, sondern als Bejahung. „So schön wie du nur kannst“, der neue Song des Kölner Singer-Songwriters Franzen, ist Satire und Liebeserklärung zugleich, eine Spöttelei über die Selbstoptimierung und eine ehrlich gemeinte Verteidigung der Oberfläche. Getragen wird der Song von einem lässigen Gitarren-Riff auf der klassischen Gitarre, das sich im Laufe des Songs zu komplexen, ausgefallenen Harmonien entwickelt und trotzdem eingängig bleibt. So entsteht ein cooler Sound zum Fingerschnippen, wie eine Cabriofahrt mit offenem Verdeck und Sonnenbrille in den Sonnenuntergang.
