
Hat man keinen Bock auf Machos, ist man bei Nono gut aufgehoben. Sein erstes jemals gesprochene Wort als Künstlername, Kuscheltiere auf der Bühne und Texte über den schmerzlichen Verlust eines Freundes oder die Liebe zum Haustier passen sicher nicht in das klassische Männlichkeitsbild.Schon im Alter von 11 Jahren schnappte sich Nono die Gitarre seines Bruders und nahm erste Ideen auf Tape auf. Das, was sich daraus entwickelt hat, schallt heute aus einer Drum Machine, während uns der Multiinstrumentalist auf eine Reise in eine andere Welt mitnimmt. Ob es Conga-Samples, Disco-Synths oder eine hochgestimmte Western-Gitarre ist -Nono bearbeitet sie, bis es gut klingt.Im Sound drückt sich das in verspielten Melodien und pulsierenden MPC-Samples aus. Als Sohn von Orchestermusiker*innen wuchs Nono mit klassischer Musik auf, in jeder Ecke des Hauses stand ein Instrument zum Ausprobieren. Schnell wurden jedoch Genres der Pop-Musik und später auch Jazz sowie Soundtracks aus Film und Gaming interessanter für ihn. Nono verbindet die Wucht heutiger Pop-Musik mit dem Flair der Rockmusik der Siebziger Jahre.Dem Bühnen-Menschen Nono umgibt eine gewisse ungewollte Komik. Durch kreative Choreos, die er zusammen mit dem Publikum einübt, entstehteine besondere Verbindung, die über die Musik hinausgeht. Dennoch ist Nono beim Spielen ganz bei sich –oder in seiner Welt. Nono’s Geschichte reicht zurück in seine Kindheit. Mit der Gitarre seines Bruders nahm er die ersten Ideen auf Tape auf. Diese Sammlung schallt heute aus der Drum Machine, während er uns mit Gitarre und Gesang auf Zeitreise mitnimmt. Als One-Person-Band spielt Nono verschiedene Instrumente, singt dazu und produziert gleichzeitig Beats an der Drum Machine. „Verträumt, melancholisch und auch schwebend und spacig. Genau der richtige Soundtrack für entspannte lauschige Sommerabende. er kennt es nicht, wenn das weiche Fell und die Süßheit des Haustiers einen den Verstand verlieren lassen? Schon die Namen der Songs wie „Ernie&Bert“ oder „Kuschelwolf“ lassen das Gefühl von flauschigem, weichem Fell in den Fingern entstehen. Mit der EP „Nono“ erschafft der gleichnamige Newcomer aus Hamburg eine bunte Parallelwelt, in die man sich flüchten kann, wenn die Umgebung hart und trostlos erscheint.„Ernie&Bert“ zeigt eine melancholische Seite des Musikers, die zugibt, einem verlorenen Menschen nachzutrauern und die Trennung nicht zu verstehen. Angetrieben wird der Song von einem energiegeladenen Arrangement, das irgendwo zwischen Vulfpeck und Parcelsherumtanzt –aber auf Deutsch singt.In der zweiten Single „Komisch“ wird es gesellschaftskritisch. Während hierzulande der Rechtsruck Konstrukte wie Nationalismus und Rassismus wieder salonfähig macht, verdeutlicht Nono die absurden Zwischentöne dieser gefährlichen Entwicklung. Im Sound dominieren Synthesizer und Drum-Computer-Bässe, die den entstockten deutschen Arsch zum twerken bringen. Mit den eingebauten, humorvollen Samples aus der deutschen Memes-Welt scheint sich der Musiker letztendlich doch mit seiner Heimat versöhnen zu wollen.Um sich vermutlich von der Realität zu erholen, singt Nono in „Kuschelwolf“ über die Liebe zum Haustier. Die vielschichtige Struktur des Songs führt zu einem explosiven Instrumentalpart, der den Moment auszudrücken scheint, in welchem einen die Emotionen überwältigen. Hier wendet sich das Blatt, denn im Hintergrund fragt eine Stimme: „Wenn der Hund dich dann an die Leine nimmt?“ Das Haustier übernimmt die Kontrolle? Geht es hier überhaupt um einenHund? Wie im vorigen Song bereits angedeutet kann die Liebe zum Haustier auch Realitätsflucht bedeuten. Der psychedelische Sound von dem instrumentalen Stück „Kuschelwolfs Traum“ lässt die Zuhörer*innen im Weltall oder eben in einem Traum schweben. Die allgegenwärtige Melancholie lässt dennoch das Gefühl zurück, dass Parallelwelten zwar eine temporäre Zuflucht sein können, die Realität jedoch nicht komplett oder für immer auszusperren ist.
