Yetundey

Yetundey releast heute ihre neue EP "Black Friday" über das All Female Rap-Label 365XX. Die Rapperin und Sängerin aus Berlin veröffentlicht neben dem sechs Tracks starken Release auch das Musikvideo zur Leadsingle "Alles für Elise", das sie, wie auch schon das Vorgängervideo, in Eigenregie directed und produziert hat. Das Ergebnis: Ein konsumkritischer Blockbuster, der dem humoristischen Pop-Rap-Song mit Beethoven-Flip eine weitere Ebene gibt. "Sie tauschen Upload gegen Rabattcodes / Für Elise40 kriegst du deine Überraschung / Sie macht mich so aggro (aber passt schon) / Sie machen alles für Elise / Bei ihr scheint immer alles easy / Und ich wär echt gern wie sie / Doch bei mir funktioniert das nie" Im Video wird ein junges Mädchen entführt und findet sich kurzerhand in einer Influencer-Gamingshow wieder. Eingesperrt und angetrieben vom Game-Master, der von Yetundey selbst verkörpert wird, soll sie Reichweite, Likes und "Herzen" sammeln. Der tägliche Kampf zwischen Performance-Druck, utopischer Perfektion und immer absurderen Aktionen lässt Elise schließlich krank werden. Yetundey zeigt, wie gefährlich und irrwitzig unser Alltag mit Influencer:innen eigentlich ist - für Follower:innen und Influencer:innen selbst. Parallel zu diesem Fingerzeig auf unsere Aufmerksamkeitsökonomie ist "Alles für Elise" aber auch einfach ein echter Hit: Ohrwurmhook und phantastische Vergleiche inklusive. Auch auf den restlichen Tracks der EP meistert die Wahl-Berlinerin den Spagat zwischen scharfer Kritik an der (Musik-)Industrie und Spaß machenden Hits mit Mainstream-Potenzial gekonnt. Dabei bedient sie sich gerne sowohl an popkulturellen Phänomenen als auch an Größen der klassischen Musik - zum Beispiel, wenn sie auf "Alles nur gekauft" eine Die Prinzen-Hommage liefert oder auf "Alles für Elise" eine Beethoven-Referenz zum Besten gibt. Yetundey hat nicht nur verstanden, welche inhaltlichen Komponenten für einen modernen Rap-Hit unumgänglich sind ("Infinity Pool") - sondern kombiniert auch eindrucksvoll musikalisch versierte Gesangseinlagen mit geskillten Rap-Parts. Letztendlich dreht sich alles um Geld ("Sieh mich jetzt an") sowie Machtverhältnisse in Beziehungen ("WTDN") und im Business ("Alles nur gekauft"). Die talentierte Künstlerin macht es uns jedoch leicht, zwischen den Zeilen zu lesen, dass es genau darum eben nicht (nur) gehen sollte ("Billo Boss Bitch"). "Black Friday" kommt außerdem mit fetten Bässen und elektronischer Beat-Kulisse daher und erinnert soundtechnisch an Elektro-Rap, Pop und den Eurodance der 90er.

 

 

 

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