Von Flocken

Eine lange Straße nach ganz weit weg. Der Asphalt schwitzt, das Fenster steht offen. Ein warmer Fön streift dir durchs Haar. Es ist noch hell, aber der Mond ist schon da. Er erinnert daran, dass auch dieser Tag vergeht. Die Stadt liegt hinter dir, dunkel und schön. Sie schweigt. Was passiert ist, weißt nur du. Deine Finger trommeln den Takt aufs Lenkrad. Es kratzt, es zieht, es beißt. Du bist traurig, aber zuversichtlich. Denn du wirst weitersuchen. Nach Zucker und Gold, auf dem Weg zum Meer. Den Soundtrack dazu liefert Von Flocken. Popmusik aus Berlin, mit kratziger Stimme, wütenden Gitarren, implodierenden Bässen und treibenden Beats. Songs wie im Kino. Der kreative Kopf hinter dem Projekt ist Sänger und Gitarrist Christoph Bietz. Er schreibt Lieder, die eine Art Roadmovie-Gefühl erzeugen. Die Texte drehen sich ums Unterwegs-Sein, um eine existentielle Rastlosigkeit, um die ewige Suche nach Leben, nach Liebe, nach Bestimmung. Es sind die großen Seins-Fragen, die über allem stehen und die, weil sie keine Antworten kennen, in eine große Ambivalenz führen. Genau das will Christoph in seinen Songs zum Ausdruck bringen: „Ich glaube, die Songs tragen auf der einen Seite oft eine gewisse Traurigkeit in sich, auf der anderen Seite aber auch eine gewisse Kraft. Womöglich lässt sich gerade aus der Traurigkeit auch Kraft schöpfen. Diese Widersprüchlichkeit macht ja im Grunde das ganze Leben aus.“ Das Leben als Roadmovie, als Fahrt ins Ungewisse - die sich quasi  auch als Manifestation einer abstrakten, nicht greifbaren metaphysischen Sinnfrage verstehen lässt. Musik und Unterwegs sein. Vieles davon steht im Zusammenhang mit Christophs Biographie. Die Autofahrten als Kind im Familien-Bulli: nie ohne Papas Kassetten von den Stones, Beatles, Kinks oder Fleetwood Mac. Die Besuche als Teenie bei den knapp 200 Kilometer entfernt wohnenden Verwandten: nie ohne den „mobilen Proberaum“ mitzuschleppen. Mikro, Mikroständer und zwei kleine Verstärker mussten mit - und natürlich die E-Gitarre, die mit 12 unterm Weihnachtsbaum lag und das Ende der klassischen Klavierstunden bedeutete. Auch im Erwachsenenalter lässt der Wahl-Berliner selten seine Gitarre zurück: „Spätestens am zweiten Tag kriege ich dann so ein Jucken in den Fingern. Das fühlt sich irgendwie an wie Entzug.“ Im Studium hat sich der Songwriter mit Film und Literatur beschäftigt - vor allem mit der Philosophie des Erzählens. Musik und Erzählen haben eine zentrale Eigenschaft gemeinsam: sie sind beide überlebenswichtig. „Erzählen lässt sich als eine urmenschliche Eigenschaft verstehen, gewissermaßen als eine Überlebensstrategie! Niemand kann ohne Kommunikation leben, ohne das Erzählen. Indem wir die Unbegreiflichkeit der Welt und unseres Daseins in Geschichten packen, können wir sie fassbar und verstehbar machen.“ Das versucht der Musiker mit seinen Songs: Gefühle und Gedankenwelten in abstrakte Geschichten, in Bilder aus Worten zu übersetzen, die den Zuhörer berühren und einen Raum für die Interpretation der Welt anbieten. Musik ist Erzählen, ist Kommunikation. Und hat damit für Christoph auch eine soziale Komponente. Deshalb hat er Von Flocken 2016 als Bandprojekt gegründet, zunächst als Duo. Es folgten mehr als 70 Konzerte in Clubs, auf Festivals, bei Open Stages. Mittlerweile geht Von Flocken als 4er-Kombo auf die Bühne, um die Debüt-EP „Zucker & Gold“ möglichst detailgenau umsetzen zu können. Vier Songs sind drauf, die einladen, einzusteigen und mitzufahren.

 

 

 

 

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