Tipps für Wilhelm

Tipps für Wilhelm - „Ich sehe dich du mich nicht.“ - Vier Jahre sind seit ihrem leichtfüßigen Indie-Pop Debüt „Hornissen“ vergangen, vier Jahre, in denen sich die Welt tiefgehend geändert hat. Sie ist dunkler geworden, es gibt mehr und mehr Fragen, ohne dass wir Antworten finden. So viel Verwirrung, so viel Ratlosigkeit. „Das sauge auch ich alles ein“, erklärt Tipps für Wilhelm-Frontmann und Songschreiber Guillermo Morales, „und das hat auch die Musik geändert.“ Auf „Put Your Head On My Shoulder“ ist keine Naivität mehr zu spüren, dieses Album schlägt ein völlig neues Kapitel auf. „Es ist dunkler, düsterer geworden. Und das war auch bitter nötig – wir mussten das kanalisieren.“ Doch auch die drei Bandmitglieder selbst haben sich geändert. Guillermo, Bassist Thomas Wosnitza und Schlagzeuger Ruud van der Zalm sind nun alle um die 40 Jahre alt und definitiv erwachsen – auch das hat den Klang beeinflusst. Die gewonnene Reife, die neuen Einsichten, die vielen Erfahrungen in verschiedenen Bands, all das haben sie zu einem ebenso erwachsenen, tiefgehenden und aufregenden Album verwoben. Die neuen Lieder sind deshalb nichts, was man so ohne Weiteres im Radio finden würde. Ihnen ist klar – das muss man sich erst einmal trauen. Doch sie wollten ihr künstlerisches Statement für nichts antasten: „Jemand schrieb über Tocotronic, dass er sie so toll findet, weil sie immer den schweren Weg gehen. Das war auch unser Antrieb – anders aufzutreten, als man es nach einem ersten Album erwartet.“ Es ist auch kein Zufall, dass sich ein Hamburger Schule-Gefühl durch die Lieder zieht, nicht von ungefähr fühlt man sich z.B. an Kante, irgendwo zwischen „Zombi“ und „Die Tiere sind unruhig“ erinnert. „Im Laufe der letzten Jahre habe ich viel Kante gehört. Auch Blumfeld. Auch Tomte und Kettcar. Diese Einflüsse sind da.“ Passende Referenzen. Die drei ahmen dabei aber nichts und niemanden nach, sondern haben mit selbstbewusster Konsequenz und tiefer Ruhe ein Album zur Zeit geschaffen, das unser aller Stimmung spiegelt ohne moralisierend, plakativ oder einfach zu sein. Es geht um unser Unbehagen in einer neuen Gegenwart, und Guillermos Stimme erzählt uns die Geschichten dazu, kleine und große, Schlaglichter des Jetzt, Momente, ein Spektrum der Gefühle. Lieder aus dem Chaos, gegen das allgegenwärtige Tohuwabohu. So klingt auch die erste Single „Ich sehe dich du mich nicht“: dystopisch und düster, irgendwie vertraut und doch ganz eigen und neu.

 

 

 

 

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