Tina Naderer

Tina Naderer - Was tun, wenn plötzlich die Ideen ausgehen? Das gefürchtete leere Blatt Papier liegt bedrohlich am Schreibtischrand, nur wenig weiter davon entfernt steht die Gitarre, aus der sich keine Akkordfolgen und schon gar keine Songs mehr herauskitzeln lassen. Dazu noch ein nicht enden wollender Lockdown, während das Tageslicht um 16 Uhr entschwindet. Anfang 2021 war es, als sich Tina Naderer für eine kurze Zeitspanne verloren hatte. Zweifel an der Musik, am bisher eingeschlagenen Weg und überhaupt. „Ich hatte ein paar wirklich schwache Momente, wollte schon den Hut draufhauen“, erzählt sie rückblickend. Die Rettung aus dem Tief hatte ein zutiefst menschliches Antlitz. Familie und Freunde waren da. Tina schaute sich Videos ihrer vergangenen Konzerte an, der Zuspruch aus der Fan-Community tat sein Übriges. Im bleischweren Pandemie-Isolationswetter gab es plötzlich einen Ausweg und die erleuchtende Erkenntnis: „Ich gehöre auf die Bühne“! Das wundervolle Debütalbum „Ohne Filter“ und eine erfolgreiche Herbst-Tour animierten sie, dazu trat eine neue Liebe in das Leben der Künstlerin. Plötzlich ging alles so leicht und daraus entwickelte sich die Single „Alles so leicht“. Leichtfüßig, frühsommerlich, selbstbewusst – Naderer hat sowohl textlich als auch musikalisch einen markanten Reifeprozess durchlebt und präsentiert sich nicht neugeboren, aber neu geformt und authentischer denn je. Mit der Vergangenheit wird abgeschlossen und die Zukunft umarmt. „Ich hab‘ gar nix gesucht, doch jetzt hab‘ ich, was ich will“. Nicht nur einen neuen Lebensmenschen, sondern auch die neugewonnene Freiheit. „Ich habe meine Komfortzone verlassen und bin mutiger geworden“, sinniert sie über die Veränderungen in ihrem Leben, „ich traue mir Sachen zu, die ich früher nie gewagt hätte und habe 100 Prozent in die Musik gelegt. Mich total auf mich selbst konzentriert.“ Wer „Alles so leicht“ in den Direktvergleich mit ihren alten Hits „Bleibst du bei mir“ oder „Wie krass du bist“ stellt, spürt die Entwicklung schon in den ersten Tönen. Die bekannten Stärken der Vergangenheit, wie Ehrlichkeit und das Beziehen auf persönliche Themen, verknüpfen sich mit einer neuen Tina Naderer, die sich angriffslustig, kokett und couragiert präsentiert. Sie ist reifer geworden, ohne am Ungestümen eingebüßt zu haben. Sie hat sich weiterentwickelt, ohne auf ihre Wurzeln zu vergessen. So blieb das gesamte Team auch über die Krisenjahre dasselbe, die Veränderungen hat die Künstlerin nur bei sich selbst gesucht. „Alles so leicht“ reflektiert nicht nur das persönliche Lebens- und Liebesglück. Er umarmt uns alle, spendet Trost, Leichtigkeit und Freude. Dabei bleibt Naderer auch anno 2022 „ohne Filter“. Es gibt mehr Ecken und Kanten und das nette Mädchen von nebenan fährt auch einmal seine Krallen aus. „Ich weiß mittlerweile, wo meine Stärken liegen und was ich sagen will.“ Ist einmal „Alles so leicht“, dann komponiert es sich wesentlich zwangloser. Die Kreativblockade hat sich längst in ein Füllhorn an neuen Ideen, Songskizzen und klanglichen Entwicklungsschritten verwandelt. Naderers Verständnis von Popmusik lässt mehr Raum für Experimente und verbreitert sich in alle Richtungen. Dazu hat sie, nicht zuletzt als Gastjurorin der aktuellen „Starmania“-Staffel, endgültig ihre Liebe für die Kamera entdeckt. „Das steht definitiv auf meiner Bucketlist“, sagt sie bestimmt, „ich rede ja gerne und viel und kann mir in diese Richtung noch viel vorstellen.“ Noch lieber aber singt sie und ihr buntes Timbre zeigt bereits in „Alles so leicht“ neue, bisher unbekannte Facetten. Man kann nur erahnen, was noch alles auf uns einprasseln wird. Tina Naderer ist zur Künstlerin gewachsen und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Wie sagt schon der Song? „Fühlt sich immer so leicht an, es kann immer so bleiben.“ Ja bitte!

 

 

 

 

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