Sharaktah

I'm a loser baby, so why don't you kill me? - Wenn er durch die engen Gänge seiner Schule läuft, dann geht ein Raunen durch die Menge. Die Sportler, die sonst lässig an der Wand stehen und ihre Muskeln spielen lassen, werfen hasserfüllte Blicke auf seine lackierten Nägel, auf seine gefärbten Haare. Die schönen Mädchen, deren Kichern und Tratschen sonst durch die Schultoiletten hallt, verstummen angewidert: Wieso kann der sich nicht einfach anpassen? Doch Sharaktah grinst. Ihre Wut, ihre Verachtung ist für ihn ein Orden, lässt ihn den Rücken durchstrecken, macht ihn unendlich stolz. Denn wenn dieser hasserfüllte, oberflächliche Haufen die Mehrheit ist, dann ist das Wort, das sie ihm angeekelt zu zischen, ein großes Lob: „Außenseiter!“ Sharaktahs neue Single „Outsider“ erzählt eine Geschichte, die sich überall auf der Welt wiederholt, mal als Heldenepos, mal als Tragödie. Er berichtet von der Last, nicht dazu zu gehören, aber eben auch von der Kraft, die man aus dieser Ablehnung ziehen kann. „Färb mir die Haare schwarz, mal mir die Nägel weiß/ Ich hör sie leise tuscheln, zieh ich an ihnen vorbei/ Freunde wurden zum Feind!“ In dem 25-jährigen Wahlhamburger hallt der Schmerz dieser Erfahrungen nach und Sharaktah weiß auch, dass Außenseitertum nicht nur Empowerment ist, sondern auch verdammt viel Kraft kostet, „Schließ mich zuhause ein/ Die Welt kann grausam sein/ Zieh mir die Decke übern Kopf, um alles rauszuschreien!“ Der Sound von „Outsider“ vereint die Musik der Ausgestoßenen, verzerrte Grungeriffs treffen auf die wütende Ästhetik von Rap und verschmelzen zu einer kraftvollen Hymne über das Alleinesein und den trotzigen Stolz, der sich daraus entwickelt. Und ganz am Ende bemerkt Sharaktah, dass er in seinem Kampf viele Verbündete findet, die ihn bei diesem Weg begleiten und sich gegenseitig Kraft und Trost spenden: „Ich sprech für jeden jetzt, der dieses Leben kennt/Sie wollen uns stolpern sehen, doch wir haben zu stehen gelernt!“

 

 

 

 

 

 

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