Sharaktah

In der Schule, in der sich seine Mitschüler eifrig darauf vorbereiteten, den Betrieb der Eltern zu übernehmen, während er gedankenversunken in seinem Block herumkritzelte, Fetzen von Songtexten und Logos für Bands, die es nur in seinem Kopf gab. In der Dorfdisko, in der er sich zwar mit ein paar Vodka Energy immer ganz gut durchlässig machen konnte, aber trotzdem spürte, dass er eigentlich die Musik machen wollte, zu der sich die Menschen bewegen und in Ekstase geraten. Sich deshalb in sein kleines, selbstgebautes Studio wünschte, um diesem Traum ein Stück näher zu kommen. Und dann, nach dem Wegzug nach Hamburg, umgeben von Kreativität und Wildheit, ist er endlich angekommen, ein neuer Heimatplanet? Oder ist er hier auch ein Fremder, nur unter anderen Vorzeichen? Erdrückt von Glas und Beton, erschlagen von Möglichkeiten? Diese Zerrissenheit besingt Sharaktah auf „Hier“, seiner neuen Single, die am 16.04.2021 über Epic Records erscheint. Das Lied nimmt seine Hörer mit ins Sharaktahs Heimatdorf: „es ist gerade mal kurz nach Acht/ Lichter aus und der Bordstein hochgeklappt“, streift durch die leeren Straßen, die zwar viel Platz für die Autos auf dem Weg zur Arbeit, aber wenig Raum für Entfaltung lassen. Öffnet die Tür in die letzte Kneipe, in der noch Lichter brennen, in der jeder „in diesem Haufen Heu nach der einen Nadel sucht/ die ihn glücklich macht“. Aber stellt auch fest, dass seine Wurzeln tief in dieses Fleckchen Erde, über das Tag und Nacht der Sturm tobt, „denn auch wenn Ich viel zu oft hier raus will/ fehlt mir danach nichts so sehr wie mein Zuhause.“ Diese Erklärung einer Hassliebe wird getragen von einer Produktion von Steady, der sich schon für den Sound von Caspers “XOXO“ maßgeblich mitkreierte. Auf „Hier“ lässt er einen modernen Rap-Entwurf mit verzerrten Gitarren in einander fließen und sorgt für einen melancholischen Klang, in dem Sharaktahs Text über sein Pendeln zwischen den Welten klar und kämpferisch aufleuchtet. Und so ist „Hier“, Sharaktahs erstes großes Lebenszeichen, der Soundtrack für alle die Aliens, die es in Deutschland gibt, zerrissen zwischen Heimatplaneten und der weiten Welt, die da draußen liegt, zwischen Heimweh und Sehnsucht, zwischen Dort und Hier.

 

 

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