Schwessi


Pop ist endlich wieder cool! Und witzig! Und weiblich! Die Hamburger Musikerin Schwessi füllt eine Lücke, von der wir erst merken, wie schmerzlich sie klaffte, als wir ihre wunderbar mitreißenden, gewitzten und luftig-leichten Songs hören. Endlich ist da wieder eine coole Frau, die richtig gute deutsche Popmusik auf die Bühne bringt! Die Flapsigkeit der Neuen Deutschen Welle steckt in Schwessis Liedern, die Girlpower der Neunziger, die Nachdenklichkeit der Hamburger Schule und dieunerwartete Zartheit des Elektropop der 2000er. Nur eben alles in modern. Schwessis Texte über die Welt und die Liebe sitzen auf den Punkt, das demonstriert sie mit ihrer neuen EP „Liebe in Zeiten der Apokalypse“ (VÖ: 21.6.) ganz wunderbar und mit unerhörter Lässigkeit, wie in ihrer Single „Twitterwochen“ („Ich folg’ dir überall hin, auch bei Sturm und Gewitter - aber nur auf Instagram, Facebook und Twitter“). Sie sind schlau, witzig, emotional und immer wieder überraschend. Ihre Themen reichen vom ganz Privaten bis zum ganz Politischen. „Mein Herz und ich“ ist ein Track, den man bald in jederIndie-Disco hören dürfte: Ohrwurm-Beat, zuckersüße Melodie, Textzeilen zum Dahinschmelzen: „Mein Herz und ich waren wie Homer und Marge. Doch jetzt ist alles im Arsch.“ So sympathisch wie Schwessi hat wohl auch noch niemand deutlich gemacht, dass es bei der Liebe auf alles, außer auf das Bankkontodes Partners ankommt: „Jetzt isses vorbei, ichkann mich richtig schlecht benehmen, binendlich frei von deinen Luxusproblemen“. Sobissig-charmant beschreibt sie in „Liebe machtdas Hirn bankrott“ das Gefühl der Freiheit nachdem Ausstieg aus dem Schickimicki-Leben mitdem falschen Mann. Wie sich hingegen eine richtige Liebe anfühlt, spürt man beim Hörenvon „Schlafende Vulkane“, das inhaltlich sodicht und musikalisch so zart eine intensiveBeziehung beschreibt: „Wir hören die Vulkaneschlafen. Und dann brechen wir gemeinsam aus.“ Worte verpackt Schwessi in groovende Melodien und packende Beats. Dass sie sich mit Rhythmus auskennt, ist übrigens kein Wunder: Als Studentin in Süddeutschland war sie Frontfrau eines HipHop-Projekts, trat unter anderem als Support für Fiva MC auf. Trotzdem ist es ein Glück, dass sie der Popmusik eine Chance gab - denn ihre warme, angenehm kratzige Stimme möchte man einfach singen hören. Am liebsten ständig. Angetrieben wird die 42-Jährige zudem von der wohl besten Motivation, die man als Künstlerin haben kann: „Ich hatte immer so viel zu sagen! Das musste raus.“ Foto: Alice Lehmann“Das is so speziell, kaum zu beschreiben, total eigenes Ding. Macht sonst keiner. So`n Spezialgesang, Hammertexte, lockerlässig, und mit ner klaren Kante. Yeah, geil!”

 

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