Rathmann

Im Radio singt Max Giesinger belanglose Kalendersprüche und die Studi-Popband von nebenan schaut zynisch auf eine bedeutungslose Welt. Währenddessen singen RATHMANN von echter Liebe und Einsamkeit, von Träumerei und Tatendrang. Erzählen von Rausch und Kater zwischen Cocktailbars und Chardonnay, Dorfkneipe und Flaschenbier. Sie fallen so wundersam aus der Zeit, dass sie schwer einzuordnen sind. Vergleiche zu Wanda, Element Of Crime, Udo Lindenberg oder Faber kommen in den Sinn, die RATHMANN (wahrscheinlich aus purer Eitelkeit) alle von sich weisen. Sie wollen einfach genau das machen, was ihnen gefällt. Die bühnenerfahrenen Musiker_innen um Sänger und Texter Magnus Ernst haben sich zusammengetan, um Popmusik zu spielen, die eingängig und schön ist, ohne kitschig oder pathetisch zu sein. Nagut, etwas pathetisch sind sie dann wohl doch aber RATHMANN probieren es in Grenzen zu halten. Arne Wolff liefert am Schlagzeug tanzbare Beats, gestützt durch Moritz Weishaupts groovende und melodiöse Basslinien. Caro Sommers Gitarre ergänzt zusammen mit Magnus’ E-Piano Klangfarben, in die sich der markante Gesang legt. Dass am Ende der ein oder andere Ohrwurm im Kopf bleibt, scheint unvermeidlich. Mit zwei Livesingles und Auftritten für die Jahrhunderthalle Frankfurt oder auf dem Festival Musikschutzgebiet hat das Quartett 2021 bereits einen guten Start erwischt. Jetzt soll ein aufregendes Jahr mit vielen Veröffentlichungen und zahlreichen Liveshows folgen. Die erste voll ausproduzierte Studiosingle der Band „Guter Rath“ präsentiert dabei geschickt ihre Stärken: Bildstarke Lyrik, interessante Gitarrensounds und eine Menge Groove. Produziert haben RATHMANN den Song mit Julian Giese und Jonas Hoppe von der Band Fullax. Der Song ist dunkel aber tanzbar. Mal treibend - mal sanft erzählt er von Abbruch, Abschluss und Neuanfang. Guter Rath ist teuer und richtige Entscheidungen fallen schwer. Erinnerungen gehen in Flammen auf oder ersticken im Rauch der nächsten Kneipe. Es zermürbt, nicht zu wissen, was ist. Liebeskummer, Zukunftsangst - eine Welt fällt in sich zusammen und die Unsicherheit lässt nicht los. Es braucht eine Entscheidung, um abzuhaken und Platz für Neues zu schaffen. Nach jeder langen Nacht geht irgendwann die Sonne auf und die Welt ist wieder eine andere.

 

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www.rathmannrathmann.de