Pudeldame

Bei Pudeldame muss man sich nicht entscheiden, Pudeldame hat alles. Mit betonter Lässigkeit enthüllen sie ihrem Publikum eine fein inszenierte Show zwischen hemmungsloser Dance-Mucke und smart kuratierten Alltagsbeobachtungen. Pudeldame streben nach diesem einen Irritationsmoment, bei dem die Zunge schneller als das Hirn ist und man sich kurz fragt „Was war das?“, um dann mit einem Grinsen weiter zu tanzen. „Pudeldame hat immer einen Approach von leichter Ironie und gleichzeitig Sexyness“, meint Frontsänger Jonas Nay. Zurzeit stellen sie ihr erstes Album in den Tinseltown Studios in Köln fertig. Die Zeit dort beschreiben sie als „eine Mischung aus superkrasser Produktivität und komplettem Irrsinn.“ Jonas Stimme wird durch die Backingvocals von David Grabowski und Nico Bauckholt ergänzt, gesteigert von ihren brillanten Gitarren- und Basselementen und den irren Drumparts von Jon Ander Klein. Pudeldame kokettieren mit Erwartungshaltungen und werfen sie über den Haufen, sie mischen Pop- und Jazzelemente zu smoothen Tracks und fein arrangierte Gitarrenriffs zu Synthie-Klängen. Die Vocals tragen den Hörer mit einer exzentrischen Leichtigkeit durch die Songs. Ein bisschen Neue Deutsche Welle, ein bisschen elektronischer Pop aber ganz sicher kein „Betroffenheitspop“, meinen die Vier. Die studierten Musiker selbst beschreiben den Mix als postmodernen Lollipop, gepaart mit avantgardistischem Discopop. Es ist die Essenz von dieser Band, ihre Hörer ab dem ersten Ton in eine verrückte, tanzbare Welt zu entführen und sie danach euphorisiert zurückzulassen. Sie schaffen, was alle Bands wollen, nämlich live noch eine Schippe drauf zu legen. Die Pudeldame in ihrem natürlichen Habitat lässt sich nur live auf der Bühne erleben. „Ein Song ist erst dann richtig gut, wenn ich nicht mehr stillhalten kann. Das muss in den Körper gehen, sonst wäre irgendwas falsch“, meint Sänger Jonas Nay. Sie scheuen sich nicht davor, Provokation und Kritik mit einem Augenzwinkern zu servieren. „Ich hab meine Meinung, du hast deine Deinung.“ heißt es bei „Egalität“, einem Kaleidoskop aus Verschwörungstheorien, ihren Anhängern und parallel dazu eine irre Odyssee der Band zwischen Dragon Ball, Nachrichtenausschnitten und dem Weltall. Nichts ist zufällig, alles ist gewollt. Mit diesen Übertreibungen spielt auch „Plastik“. „Die Ausgangslage von „Plastik“ ist eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die das große Bedürfnis haben, sich gegenseitig zu verändern und ihr Äußeres zu manipulieren.“ erklärt David Grabowski. „Es ist doch krass, wie sich die Realität so verschiebt, dass sie online und auf Social Media relevanter ist als im echten Leben. Ich fand das so erschütternd, dass ich einen Song schreiben musste, der darauf Bezug nimmt.“ Dass die Freunde, die aus dem tiefen Norden um Hamburg und Lübeck kommen, einen Song über „Berlin Midde“ schreiben, ist kein Widerspruch. Diese Juxtaposition ergibt ein charmantes auf die Schippe nehmen der Berliner Überfliegerkultur. Aus Gesprächsfetzen aufgeschnappt in den Cafés um den Rosenthaler Platz, und aus verrückten Momentaufnahmen Berliner Partys entstand „Berlin Midde“. Wenn man in Berlin lebt, fühlt man sich kurz von dieser Selbstentlarvung ertappt, kann sich aber im nächsten Moment nicht dem Beat entziehen. „Ich finde Berlin in höchstem Grade faszinierend. Und ich liebe unseren Protagonisten, der keine Grenzen kennt und sich in seinem State-of-Mind erstmal nicht infrage stellt.“, erklärt Jonas. Dass so eine Band im Lockdown erst recht Wege sucht, ihre kreative Energie loszuwerden, erstaunt nicht im Geringsten. In nur drei Tagen entstand die Single „Zampano“. Der Track wummert aufgekratzt, erzählt die Story eines Künstlers. Muss denn die Kunst leiden, nur weil die Künstler leiden? „Wo ist der latest Shit?“ fragen sie die Welt in „Zampano“. Der Song spiegelt die Emotionen vieler deren Freiheitsdrang sich kaum unterdrücken lässt. „Als ich diesen Song gebaut habe, war das eigentlich eine kleine Privatparty für mich selbst in meinem Zimmer“, erzählt David Grabowski, „als ich die Parts schrieb, konnte ich schon kaum stillhalten.“ Ihr Songwriting lebt vom ständigen Austausch, erzählt Jonas. „Wir schicken uns konstant Beats hin und her die uns Zuhause einfallen. Es geht nicht darum, dass der Sänger eine Message transportiert und der Rest macht die Musik dazu, sondern es sind halt immer Pudeldame-Tracks. Es muss eine gemeinsame Vision geben und nur dann wird da eine echte Perle draus.“ „Ein Song ist dann immer gut, wenn möglichst wenig Kompromisse eingegangen werden müssen. Die Vision muss von Anfang an klar sein, auch wenn sie nur von einem kommt. Wenn du selbst überzeugt bist, dann werden die anderen dir das auch abkaufen.“ Diese Authentizität zieht sich durch das ganze Album der vier Visionäre. Kompromisslose Beats treffen auf smarte Verse und konstruieren ein stimmiges, unerwartetes und aufregendes Album.

 

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