Pippa

Mit der Art und Weise der mündlichen Kommunikation moderner Menschen – oder genauer: einer Unart derselben - setzt sich PIPPA in ihrer neuen Single „Tagada“ auseinander. Nachdem sie sich in der Vorgängersingle „Egal“ mit der Gleichgültigkeit in einer modernen Gesellschaft gegenüber allem und jedem auseinandergesetzt hat, nimmt sie nun die in ihrer Allgegenwärtigkeit mittlerweile unvermeidlichen Leerfloskeln und Stehsätze aufs Korn. „Da mußt Du jetzt durch“. Alles klar? Die Brillanz des Titel besteht dabei zum einen in einem treibenden, elektronischen Arrangement, für das Hans Wagner von Neuschnee massgeblich verantwortlich zeichnet. Zum anderen zeigt sie sich darin, dass PIPPA es schafft, durch eine scheinbar wahllose Aneinanderreihung dieser buchstäblich nichtsagenden und sinnentleerten Floskeln deren Inhaltsleere zu unterstreichen. „Auf jeden Fal!“. „Ja, so bin ich halt, ja!.“ singt PIPPA. Ja, so ist sie wirklich – mit einem feinen Gespür für Sprache und die vorherrschende Nichtkomunikation ausgestattet, die sich hinter solchen Worten verbirgt. Und diese Kritik an der Inhaltsleere konterkariert sie mit der einzig verbindlichen Aussage des Songs – sie fährt Tagada. Im Kreis. Ganz so, wie sich die zwischenmenschliche Verständigung aufgrund solcher Leerhülsen im Kreis dreht. Ohne irgendwo anzukommen, ohne verbindlich zu sein. „Ich sag mal so.“ „Tagada“ ist somit eindeutig ein weiterer, überaus spannender Vorbote auf PIPPAs am 28.8. endlich erscheinendes zweites Album „Idiotenparadies“. Und der endgültige Beweise dafür, dass sie aus Österreichs Indie-Pop-Szene nicht mehr wegzudenken ist. Ganz ehrlich.

 

 

 

 

 

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