Peter aus der Mozartstrasse

Peter aus der Mozartstrasse baut mit seiner Musik ein Zelt aus einfühlsamen Texten und anschlussfähigen Gedanken, über Sprachbilder und Nostalgie-Welten steuert er geradeaus auf das Innerste zu. Seine Musik klingt nach Selbstöffnung auf höchstem Niveau, sein Sound irgendwo zwischen Fynn Kliemann, Emma6, Casper und Clueso. Er liebt Dinos und lebt Kindheitsträume, Zitate von Alf und Shirts von Käptn Blaubär fungieren als heilsame Retter, denn Angst, Panik, Verzweiflung und Selbstzweifel wohnen mit Peter in der Mozartstrasse. Als Gegensatz zur klassischen Musikerziehung der Mama, sitzt Peter schon mit 13 Jahren nach (und manchmal auch während) der Schule im Proberaum seiner Punkband. „Der Raum war unser Wohnzimmer, unser Ventil für Ängste, Aggressionen und pubertäre Probleme. Alles war voller Lucky Strike Dampf, die Wände voll Offspring Poster, die leeren Vodka und Bierflaschen füllten den Tisch.“ Ein paar Jahre später ist es ein Opel Zafira, der die Teenage-Band aus der Provinz auf die Festival-Bühnen im ganzen Land bringt, die sich die Jugendlichen mit Bosse, Cro oder den Donots teilen. Im Laufe der Jahre brennen sich Geschichten und Bilder unter seine Haut, die Tätowiererin Miri extra für das Vinyl-Cover seiner Debütplatte "4321" übersetzt hat. Es sind Motive aus der Kindheit, Fluchtversuche, Mahnmale, Sammlungen von allem was Erinnerung schafft. Peter aus der Mozartstrasse hat uns eine Welt gebaut, die uns voller Nostalgie und Identifikation empfängt. Heilsame Retter für schwere Gefühle. Peter aus der Mozartstrasse macht keine Kunst, um zu blenden. Die Platte ist im Grunde eine Therapiesitzung für ihn, eine Schatzkarte durch sein inneres Chaos. „Ich will zeigen, wer ich bin. Das hab ich inzwischen gelernt…“ Und doch ist da dieser unverkennbare Kontrast in seiner Musik. Die positive Erinnerung an seine Kindheit, in der alles so einfach, so sorglos, so unbeschwert war. „Diese Samstage, wenn du um 6 Uhr morgens KRTL geschaut hast, deine Mama dir Essen gemacht hat und du dann den ganzen Tag am Fußballplatz verbracht hast. Diesen Lebensabschnitt verbinde ich mit Käpt’n Blaubär, Power Rangers, Ninja Turtles und Lego. Positive Erinnerungen, die mir bis heute Sicherheit geben.“ Aber dann geht es in seinen Liedern auch um den zweiten Abschnitt in seinem Leben, die Zeit als Teenager bis etwa Mitte 20. In seinem Song Fiat singt Peter darüber, dass die Schulzeit für ihn wahrscheinlich die beschissenste Zeit war. Er litt täglich unter Panikattacken und Angstzustände und konnte keine Minute lang ruhig sitzen. „Hinzu kam, dass ich mich für mein auffällig großes Muttermal an der Backe so schämte, dass ich immer mit Kapuze im Unterricht saß. Die Lehrer checkten gar nicht was los war und zu damaliger Zeit galt mal als hochgradig gestört, sollte man therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Ich rauchte und trank einfach vermehrt, dann wurde ich von der Schule geschmissen, weil ich die 12te Klasse auch im zweiten Anlauf nicht schaffte.. Mein Fiat Cinquecento brachte mich dann immer gut weg von diesem Ort. Mein Kopf ging zwar an der Decke des Autos an und die Pedale waren viel zu klein für meine 46er Füße, aber ich stieg ein, fuhr einfach weg, so schnell es geht mit 40 PS.“ Gerade über die schwierigen Dinge und schlechten Erfahrungen muss man also reden und schreiben, damit sie ihren Schrecken verlieren, findet Peter. Nach den bereits veröffentlichten Singles Nimmerland, New York, Labyrinth und Jurassic Park steht nun Porzellan im Fokus der Veröffentlichung. Peter sagt: „Den Song habe ich 2021 in Ligurien auf einer Dachterrasse geschrieben. Eine Woche davor war ich mit meinen alten Uni Freunden auf einem Wochenendtrip in Slowenien: Es war Freitag: Zehnstündige Autofahrt, extremer Alkoholkonsum, Nikotinüberdosis und circa 3 Stunden Schlaf. Am nächsten Tag war mein Zustand so dermaßen schlecht, dass ich einfach nicht mehr wusste was ich tun soll. Die Beruhigungsmittel verstärkten die Heulkrämpfe und die Vorstellung, dass ich den Tag womöglich nicht mehr überleben werde. Darum auch die Zeile: „Wenn ich das hier überleb, will ich nie wieder so sein!“

 

 

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