Perez

Es ist nervig. Egal, wann man durch den Instagram-Feed scrollt, das Radio anschaltet oder durch einige der wenigen übriggebliebenen Musik-Gazetten blättert, wird man erschlagen: Hype hier, Hype da. Jede/r Künstler/in, jede Band, die ein Spotify-Release vorweisen kann wird von der Blogosphäre und den sogenannten Meinungsmachern zum „next big thing“ hochgelobt. Was oft dabei fehlt: Substanz. Dass es bei den Stuttgarter Jungs von PEREZ aber genau daran nicht mangelt, zeigt die beeindruckende Vita dieser noch jungen Kombo, die sich irgendwo zwischen Oldschool-HipHop, NewStyle-Pop und roughen Storytellings positioniert. Weder im letzten halben Jahr seit Gründung von PEREZ noch in der vorangegangenen Karriere mit alten Bands und Kollektiven gab es um die Brüder Jan und Mo PEREZ diesen einen großen Hype. Und genau deshalb machen sie kein großes Aufheben um ihr straffes Pensum, das sie seit August 2018 von Festivalbühnen wie dem Southside Festival über eine Support-Tour für TIAVO durch Deutschland bis in die tonangebende Spotify-Liste des DIFFUS-Magazins oder zum Titel des „besten Newcomer-Acts 2018“ geführt hat. So ganz nebenbei haben die beiden Mittzwanziger dann noch mehrere Singles veröffentlicht und kurz vor Weihnachten beschloss man dann in zwei (!) Tagen zehn Songs zu schreiben, produzieren und zu mixen. Alles DIY, ohne großes Überlegen, einfach liefern. Warum eigentlich auch nicht? SO WAS WIE EIN ALBUM (VÖ: 25.01.19) komprimiert dabei die Stärken der beiden Workaholics auf beeindruckende Weise: HipPop mit Tiefgang, roughe Soundwelten mit schillernden Ohrwurm-Momenten, trappige Beats und intime Lippenbekenntnisse. PEREZ schaffen es, sich ihre ganz eigene Welt im Rap-Kosmos 2018/19 zu erschaffen und das, ohne auch nur einmal auf die gängigen NewMusic-Playlisten oder Blogosphären-Trends zu setzen. Diese beeindruckende Entspanntheit und der fokussierte Blick auf den Sound, den man selbst wirklich liebt hat nicht nur die Zuschauer/innen und Jury des größten Band-Contests Deutschlands beeindruckt, die PEREZ in deutlichem Abstand auf Platz 1 setzten, sondern begeisterte auch Festivalbesucher in der ganzen Republik oder ANTIHELD, die PEREZ im Frühling 2019 auf ausgedehnte Tour durch Deutschland mitnehmen, bevor es für Jan und Mo selbst nochmal auf eigene Tournee geht. Stillstand ist Rückschritt, deshalb lieber acht Wochen jeden Abend Abreißen auf Anschlag.

 

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