Patrick Noe

Der Titel des Debütalbums von Patrick Noe kann - zugegeben - erstmal auf die falsche Fährte locken. Aber was wäre gute Popmusik ohne die vielen Gedankenebenen, die sich hinter einfachen Reimen oder kleinen Melodien auftun? Also nochmal von vorne: „Ich“ ist weder das Manifest eines Riesenegos noch die selbstherrliche Spiegelung eines ausgewiesenen Narzissten. Das zehn feine, lupenreine Popsongs umfassende Werk fühlt sich für ihn wie „ein Teil einer großen Reise“ an, wie Patrick Noe sagt. Es ist seine Reise, die ohne das Du gar keinen Sinn ergäbe. Sein „Ich“ will raus zu den Menschen, auf die großen und die kleinen Bühnen, um mühelos jene Verbindung zu meistern, die nur Musik schaffen kann. Folgerichtig steht am Anfang des Albums die aktuelle Single „Nur für dich“, ein nach Antworten auf die brennenden (Kinder-)Fragen unserer Zeit suchendes Stück Musik. Vielleicht ist Patrick Noe „weit weg von dem perfekten Mann“, wie er in dem Lied singt. Beneidenswert nahe am perfekten Popsong ist er hingegen gleich mit der Einstiegsnummer ins „Ich“. Das Zusammenspiel von kargen Beats und Patricks einladend-warmem Gesang, steigert sich langsam zu einer Größe, die schließlich im zeitlos-hymnischen Refrain ihre Auflösung findet. This Is Pop - Yeah, Yeah , Yeah ! Patrick Noe, Jahrgang 1978, ist Sohn einer sizilianischen Mutter und eines deutschen Vaters. Musik entfachte schon früh ein Feuer in ihm, das heute stärker denn je brennt. Den Mann aus dem Odenwald, nahe Heidelberg, zieht es seit Jahrzehnten auf die Bühne. Da oben, wo Gefühle phonstark ausgelebt werden können, und begeistern, verortet er sich selber am liebsten. Der direkte, unmittelbare Kontakt zu Zuhörern, Zuschauern, kurzum zu anderen Menschen, ist sein Treibstoff. Patrick Noe ist Sänger, Texter, Produzent, Vater, Ehemann, Freund, Nachbar, überzeugter Europäer und Popsong-Poet. Er gilt, kurzum, als äußerst vitaler Beweis dafür, dass konsequent verfolgte Leidenschaft am Ende immer mit Applaus belohnt wird - längst auch in den Schaltzentralen der deutschsprachigen Popmusik. Andreas „Bär“ Läsker, seines Zeichens Musikverleger und Manager der Die Fantastischen Vier, berät Patrick Noe seit Mitte des letzten Jahrzehnts aus Leidenschaft für seine Songs. 2017 veröffentlichte er seine Einstiegssingle „Himmel“, ein Song über Freiheit und das gute Gefühl, bei sich selbst anzukommen. In Eigenregie, ohne große Plattenfirma im Rücken, geschrieben, aufgenommen und produziert, stieß „Himmel“ umgehend auf gebührend-große Resonanz: Radiosender von Bayern bis Helgoland spielten seine Ode aufs Loslassen von irdischen Wirren. Man wollte wissen, wer dieser Newcomer war, dessen Stimme, dessen ganze Präsenz so gut geölt schien, dass man kaum glauben konnte, einem Debütanten zu lauschen. Dem war auch nicht so. Mit landesweit gebuchten Cover-Bands war Patrick Noe jahrelang unterwegs gewesen, bevor es ihn zunehmend mit eigenen Songs nach draußen drängte. „Himmel“ zog so weite Kreise, dass eine Schule für Hörgeschädigte den Song im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 aufführte. Fast forward, zurück ins Jahr 2022. Hallo? Hallo! Jeder hat seine Geschichte, das ist klar. Aber warum immer wieder alte Wunden betrachten? „Das Leben ist jetzt“, wie Patrick Noe in der Mitte von „Ich“ pulsierend wie zu besten NDW-Zeiten verkündet. Ständig das dynamische Spannungsfeld der Musik im Fokus, geht's nur ein Stück vorher, im hüftschwingenden „Unsere Liebe lässt tanzen“, funkrockig zur Sache. „Lass uns über Liebe reden“, schickt elektro-poppig auf denselben Stern, wo das „Ich“ viel näher am „Dich“ wohnt als manche Zeitgenossen glauben. Apropos Glauben. Woran glauben wir heute noch? Die Welt muss sich ändern, soviel war bereits „2020“ klar. Aber wie? Wohin? In welche Richtung? Patrick Noe verteilt auf „Ich“ keine Patentrezepte - dafür steht er selber viel zu oft viel zu ratlos vor dem vielen Hauen und Stechen, von dem unser Gegeneinander inzwischen durchzogen ist. Er hat aber eine Hoffnung, die sich wie ein roter Gedankenfaden durch die zehn Songs seines Erstlingswerks zieht: Das Miteinander. „Mein Anspruch an meine Musik ist das Verbindende. Wenn ich ins Studio gehe, um Songs aufzunehmen, habe ich Refrains im Ohr, die augenblicklich Bilder von Menschen im Kopf schaffen, denen das gemeinsame Singen ein Wohlgefühl bereitet. Das kann an der Strandbar sein, auf einer Sommerwiese, auf den Bergen, oder ganz intim, zu zweit daheim. Melodien können Kontinente verbinden, Stacheldrähte überwinden, weil sie unsere Seelen berühren. Deswegen ist es ein gutes Gefühl, mein ‚Ich‘ endlich raus in die Welt schicken zu können“, sagt Patrick Noe. „Ich“ meint deswegen auch das Große im Kleinen. Geht's im Ich nicht harmonisch zu, kann's auch auf der weltpolitischen Bühne keine Ausgeglichenheit geben. Am Anfang steht das „Ich“, mit allen Veränderungsmöglichkeiten, mit allem guten Willen, mit den vielen Facetten menschlichen Seins. Zum Glück leidet Patrick Noe nicht unter Darstelleritis - what you see is what you get. Ein Blick aufs Album-Cover reicht: Grübeln, Brüllen, Freude. Die Dreifaltigkeit des Stars, der eigentlich keiner sein darf, weil er im Zeitalter der Emotionsverdreher viel zu wahrhaftig textet, singt und ist, hat eindeutige Starqualitäten. Was, das soll sich widersprüchlich lesen? Geschenkt! Das Leben lebt, ohne die Frage nach dem Warum zu stellen. Die Musik spielt, ohne ihren Zweck zu begründen. Patrick Noe singt vom „Ich“ – immer dem Wir auf der Spur.

 

 

 

 

 

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