Nie und Nimmer

 „Soll ich bleiben oder gehen?“ – diese vermeintlich einfache Frage kann manchmal die schwerste aller Antworten nach sich ziehen. Dann nämlich, wenn eine Beziehung in der Sackgasse angekommen ist und beide Partner zu einer ernüchternden Erkenntnis gelangen: „Vielleicht haben wir uns nie geliebt“. Warum sie trotzdem nicht voneinander loskommen, davon handelt der neue Song „Kreis“ von Nie und Nimmer. Am Anfang steht die Begegnung zweier Suchender, die glauben, sich gefunden zu haben: „Ich bin verkorkst tief in der Seele und tief im Herzen da bist du‘s auch / Konntest verstehen, dass ich mich quäle / Ich hab getrunken, du hast geraucht“, singt Mo über einen treibenden Piano-Gitarren-Beat. Doch große Sehnsucht allein ergibt keine große Liebe: „Ich hab dich auf Händen getragen; ich wollte dir gefall’n / Du hast mich auf Händen getragen, denn auch du wolltest mir gefall’n / Vielleicht, vielleicht war das ein Fehler“. Wie schon in ihrer ersten Warner-Single „Foto im Regal“, greifen Nie und Nimmer in „Kreis“ erneut ein Thema mitten aus dem wahren Leben auf. Und zu diesem gehört, dass es eben oft nicht nur schwarz oder weiß gibt, sondern auch all die Graustufen dazwischen. Die Angst vor dem Alleinsein beispielswiese, die uns manches Mal unvernünftig handeln lässt, obwohl wir es eigentlich besser wissen: „Immer wenn ich denk‘ es ist vorbei / Kommt es vor, dass ich dir schreib / Denn ich bin nicht gern allein / Und wir drehen uns im Kreis / Immer wenn ich denk‘ es ist vorbei / Stehst du vor der Tür und weinst / Du bist auch nicht gern allein / Und wir drehen uns im Kreis“ – Hayat bringt in seinen Zeilen eine Lebenserfahrung auf den Punkt, die vielen nicht fremd sein dürfte. Nie und Nimmer kommentieren: „Auf der Suche nach der großen Liebe verdrängen wir manchmal Menschen, die uns Liebe schenken und bemerken erst spät oder vielleicht auch nie, dass wir das wahre Glück mit Ihnen bereits gefunden hatten.“ Erneut überzeugen Nie und Nimmer in „Kreis“ als Duo auf ganzer Linie: die tiefe, raue Stimme von Mo und der warme, weiche Gesang von Hayat wechseln sich ab, umspielen sich, vereinigen sich zu einem gefühlvollen Ganzen. Seit 2005 machen die beiden bereits in wechselnden Kombinationen miteinander Musik, verloren sich zwischendrin aus den Augen, fanden sich aber immer wieder, wurden darüber dicke Freunde veröffentlichten seit 2014 unabhängig Songs, die bei Spotify hunderttausendfach gestreamt wurden. Am 3. Mai 2019 erscheint nun ihr Warner-Debütalbum „Laute Stille“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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