Moop Mama

Am 07.09.2018 erscheint mit ICH das vierte Studioalbum von MOOP MAMA. Zehn Individuen bringen zum vierten Mal als Band ein Album raus –und nennen es: ICH. Damit erschaffen sie mehr als ein Wir, mehr als bloße Gruppendynamik. MOOP MAMA kreieren eine neue Identität, die sich aus den Egos, Talenten, Launen und Ansichten von zehn komplett verschiedenen Musikern zusammensetzt. Und wenn einer rappt, zwei die Drums bearbeiten und sieben Typen alles aus ihren Lungen rausholen, ist es schon ein Statement, das Ganze als ICH zu verkaufen. Die Maschine MOOP MAMA – von außen eine Einheit, von innen viel Reibung. Aber Reibung erzeugt Wärme und ICH ist die heißeste Platte, die die Band je auf den Markt geworfen hat. Die Stadt und der öffentliche Raum. Seine Bewohnerinnen und Bewohner und deren Leben – das waren schon immer zentrale Themen in den Songs von MOOP MAMA. Individuen in der Enge der Stadt, die ihren Alltag bestreiten, mit Problemen, Herausforderungen und den großen und kleinen Fragen des Lebens. Nachdem MOOP MAMA auf ihrem letzten Album den Ort „M.O.O.P.topia“ erschaffen, etabliert und der Zuhörerschaft vorgestellt haben, erzählen Keno und Co. in den Songs auf ICH von den Bewohnerinnen und Bewohnern dieser Stadt. Statt einen weiteren Ort neu zu erobern, wie die Band es in der Vergangenheit immer wieder live auf den Straßen und Bühnen dieser Republik getan hat, kreieren sie ihre eigene Utopie. Und machen dabei klar, dass die Zukunft kein undefinierbares Zeitfenster aus Science-Fiction- Stories ist, sondern genau jetzt stattfindet. Hier und heute. Hinter den Fassaden der Stadt und hinter den Fassaden ihrer Bewohner – dort setzen auch die Songs des neuen Albums an. Auf ICH erzählen MOOP MAMA Geschichten, die jedem von uns etwas sagen. Von individuellen Empfindungen und subjektivem Erleben, das trotzdem exemplarisch für das große Ganze unserer heutigen Zeit und Gesellschaft steht. Ein Album, 15 Songs und fast genauso viele Ich-Erzähler*innen. Alltagsbeobachtungen und Innenansichten, die aktuelle Lage der Nation und der Welt, Liebe und Revolution in der Stadt. Fetter Bass und trotzdem viel dahinter. Immer zwischen Utopie und dem – harten – Boden der Tatsachen. Es sind Geschichten wie die vom Polizisten, der sich in eine Molotow-Cocktail werfende Demonstrantin verliebt, die mehr mit ihm teilt, als er zugeben würde. Von dem Mädchen, das sich von der ständigen, äußerlichen Bewertung durch sein Umfeld befreien möchte – die Kapuze weit im Gesicht. Geschichten von Alten weißen Männern mit kleinem Penis, großen Eiern, viel zu viel Macht und dem Wahrnehmen der eigenen Privilegien. Die zeitlose Frage nach dem, was bleibt, wenn die große Liebe ihre Sachen packt und die Wohnung plötzlich zur eigenen, kleinen Geisterstadt wird. Und dann wieder die sehr gegenwärtige Thematik, wohin man als Mitglied der rastlosen Generation mit sich selbst will (Feuer mich) und wie einen die anderen sehen sollen (Hier bin ich). Kleinliche Nachbarn (Shitstorm) und große Entscheidungen, die man gerne Nüchtern treffen würde. Sich die Zukunft auszumalen, aber schon heute in ihr zu leben. Das ständige sich Wiederholen, Auferstehen und zu Grunde gehen von Kulturen, vor allem von Popkulturen (Wildnis). Und bei aller Egozentrik das Fazit eines Songs: Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich. Denn so oft wir nach links und rechts gucken und andere um ihr Leben beneiden, wollen wir deren Probleme am Ende dann doch nicht haben. Auf ICH geht es bei aller Subjektivität um das Wir in einer Stadt, in einer Gemeinschaft und wie man diese heute schon gestalten kann. Dass die eigene Perspektive immer nur eine von vielen ist und dass darin, neben allen Konflikten, das größte Potenzial besteht. MOOP MAMA haben es mit der Kreation von ICH vorgemacht. Der Sound knüpft an die vergangenen Alben an. Am Setup der Band MOOP MAMA hat sich nichts geändert und trotzdem fühlt sich ICH völlig neu an. Kryptik Joe (Deichkind), Fatoni und Danger Dan geben sich auf der Platte als Gäste die Ehre. Produziert wurde ICH, wie schon sein Vorgänger M.O.O.P.topia, von David Raddish und Lukas „Bustla“ Roth. Wie immer bei MOOP MAMA fällt die Entscheidung schwer: Lauscht man den Geschichten oder lässt man sich mitreißen von der Macht dieser Musik? Aber wer will sich da schon entscheiden? So vielfältig wie ICH sich präsentiert, so vielfältig sind auch die Momente, in denen das Album der richtige Soundtrack ist. Auf dem Festival, im Park oder auf der Couch -– ICH hat ein gewaltiges Ego. Und das tut richtig gut.

 

 

 

 

 

 

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