Mister Me

 

Mister Me - Gesellschaftsrelevante Themen werden in der aktuellen Popmusik hierzulande ja meist etwas, nun sagen wir stiefmütterlich behandelt. Alles dreht sich nur um Herzschmerz-Blabla, Wohlfühlromantik oder Du-bist-gut-wie-du-bist-Lyrik. Nicht so bei Mister Me. Er hat es sich auf seinem zweiten Album auch zur Aufgabe gemacht, das Leben abseits des eigenen Gefühlskosmos´ zu betrachten. Ging es bei seinem Vorab-Song „Null“ noch um all die gesellschaftlichen Lasten, die wir in unseren Leben mit uns herumtragen, so beschäftigt sich „Pink und Blau“ mit genormten und vorgefertigten Geschlechterrollen, wobei Mister Me hier nicht den Zeigefinger hebt, sondern sich mit der Frage nach der eigenen geschlechtlichen Identität auseinandersetzt, wer man ist, wer man sein möchte und wie frei man sich eigentlich wirklich fühlt im Jahre 2019. Diese Betrachtung kommt jedoch nicht als schwermütiges Lehrstück daher, sondern ist ein energetisch fröhlicher Popsong, der uns alle anregen soll, über das eigene Geschlechterbild nachzudenken und gesetzte Normen und Traditionen in Frage zu stellen. „Wenn wir als Menschen aufwachsen werden wir schon sehr früh gelabelt und gestempelt, denn in unserer Gesellschaft gibt es Normen, in die man zu passen hat. Eine dieser Normen ist die Geschlechterrolle. Jungs tragen Blau, Mädchen Pink. Frauen sind sensibel, Männer sind stark, Emotionalität vs. Rationalität. Diese Norm ist immer von Menschen gemacht und die Gefahr ist groß, dass man sich an diese „Normalität" gewöhnt und alles Gegenteilige ausgrenzt. In „Pink und Blau“ geht es um die Frage, was wären wir wohl geworden, wären wir zufällig in einer anderen Realität geboren. Ich selbst merke, dass ich oft an Grenzen stoße, seit ich mich mit gesellschaftlichen Konventionen auseinandersetze. Grenzen von denen ich denke sie wären real, die sich dann aber doch nur als selbst auferlegte Stempel herausstellen. Wir dürfen nicht vergessen was wir alles sein können, wenn wir diese Stempel überwinden. Das zu tun ist schwer, schließlich haben wir das alle über Jahre so gelernt. Pink und Blau handelt von all unseren Stempeln und dass wir mehr sein können als das,  wenn wir unsere Rollen nur etwas aufbrechen. Am Ende geht es um keine Revolution. Es geht einfach nur darum sein zu dürfen was man sein möchte. Das gilt für jeden! Zu lieben wen man lieben möchte, immer den eigenen Weg zu gehen, auch wenn er nicht in das Bild von anderen passt und sich selbst auszudrücken, wie immer man möchte, ohne dass man dabei andere benachteiligt oder selbst benachteiligt wird. (Mister Me)

 

 

 

 

 

 

 

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