Micha Rohrbeck


Micha Rohrbeck hat es wieder getan. Ein Album voller Hooks, unaufdringlicher Wortakrobatik, wunderbarer Melodien und eingängiger Arrangements. „Costa Del Sofa“ ist das erste Punkrockalbum, das völlig ohne Punkrock auskommt! Micha Rohrbeck hat die Popgeschichte inhaliert und irgendwie schafft er es, daraus sein eigenes Ding zu destillieren. Fragte man nach den Einflüssen auf „Costa Del Sofa“, ließe es sich am ehesten so beschreiben: Die Beatles treffen die Ärzte der Achtziger bei einem Chanson-Wettbewerb, den die Beach Boys ausgerichtet haben. Das Gespür für Melodien und Wortwitz hat dem ewigen Rotzepopper schon mächtig Lorbeeren beschert: Er hat an Songs für die Prinzen gearbeitet, mit Lukas Hilbert und Frank Ramond komponiert und hunderte Konzerte im In- und Ausland gegeben. Seine Band Lekker wurde von Kati Witt verklagt, seine Kinderlieder charteten und er spielte Silvester um Mitternacht auf der Bühne am Brandenburger Tor. Mit dem selbst gespielten, arrangierten, komponierten und produzierten „Costa Del Sofa“ beschert Rohrbeck der immer noch wachsenden Fangemeinde 15 garantierte Ohrwürmer voller brillanter Momente. Immer mit dem Schalk im Nacken, dem Herz auf dem rechten Fleck und der in Lieblichkeit verpackten Punkrockattitüde. Sei es in „Der Vogelmann“, dem überraschend pointierten „Stephie mit ph“ oder auch dem treibenden „Russisch Inkasso“. Manche Lieder sind kleine Seelenurlaube wie die frankophilen Hafenimpressionen bei „Das Boot“ , dem elegischen „Das Meer“ oder dem Duett „Woandershin“. Manche sind wahre Popjuwelen wie „Das Surfbrett von Brian Wilson“ oder dem Titel „Fußball und es tut mir leid“ mit seinem Sixties-Beat und Seventies-Brazilectro-Einflüssen. Fast immer erzählt Rohrbeck kleine Geschichten und er stattet sein Kopfkino liebevoll und bis ins kleinste Detail aus. Dabei verfährt er nie nach dem Schema F. Wunderbar zum Beispiel die Heimfahrt der Punkrockband im Kleinbus in „Ein Stück vom Glück“. Es ist das liedgewordene Ying zu Heinz Strunks literarischem Yang „Fleisch ist mein Gemüse“. Hier lösen die kleinen Gigs und die dicke Catering-Wurst Glücksmomente und keine Depressionen aus. Nur was er sich bei „Töpfe voller Kot“ gedacht hat, bleibt hoffentlich für immer sein Geheimnis. Auf „Costa del Sofa“ dient das Arrangement immer dem Song – das Rohrbecksche Spektrum reicht dabei von Metal bis zur Spaghettiwestern-Gitarre, der Ukulele und dem Glockenspiel. Wäre die Welt gerecht – wäre Micha Rohrbeck nicht nur ein Kritikerliebling, er wäre ein Star!

 

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