Lisa Spielmann

Lisa Spielmann: Zwar sind wir hier am Radio, aber möchten dennoch zu allererst auf das gemeinsam mit dem Grimme-Preisträger Womse entstandene VIDEO zur Single hinweisen, das sich der Ostertorte auf ganz besondere Weise genähert hat, so wie es Schlingensief in seinem Kettensägemassaker nicht besser hätte hinkriegen können. Auch, was die anderen Gefährlichkeiten des Clips anbelangt, rufen wir: bitte nicht nachmachen, liebe Kinder! Aber spätestens in der Gewissheit, dass hinter der musikalischen Produktion wiederum das Team von LUF (u.a. Caroline Kebekus, Jan Böhmermann) steht, verstehen wir, wie das Ganze gemeint ist, denn auch Lisa Spielmann entstammt, wie die genannten Kollegen, einem kabarettistischen Umfeld und ist u.a. im „Spielmanns Zoch“, dem alternativen Kölner Karneval, aktiv. Mit dadurch erwartbar viel Ironie also präsentiert sie diesen zweiten Song aus der kommenden EP. Es wird gefährlich Leute, Lisa Spielmann ist unterwegs und nach ihr nicht mehr als die Sinn[1]flut!  Mit „Kamikazebaby“ hat die deutschFM-Newcomerin des Jahres 2020 nach „Boom Bääm Boom“ und „Einfachheit“ ein weiteres poppiges, tanzbares und dennoch eigenwilliges Manifest in die Welt hinausgeschossen. Die Autopilotin ist längst ausgeschaltet, als die Sängerin und Songschreiberin mit den knall roten Haaren sich womöglich nicht zum ersten mal einem unbekannten Gegenüber nähert: „Ich hab es wieder verkackt, mein Herz sich wieder vertan, das sind nicht echte Gefühle, nur mein Lieblingsprogramm“. Man möchte Lisa sofort weiter zuhören, denn was sie erzählt, ist witzig, kreiert Bilder, schreit nach Fortsetzung, und ist vor allem eins: ehrlich. Zwischen knackigen Drums, schrägen Synthies und Lisas kesser Stimme und spielerischem Charme wird klar, dass die Künstlerin hier durchaus etwas Ernsthaftes und vor allen Dingen sehr Ehrliches anspricht: Der nicht immer einfache Umgang mit Beziehung und Nähe und die Gefahr, sich in Gefühlen zu (ver-)irren und dadurch selbst in Situationen zu bringen, die eigentlich aussichtslos sind. Lisa verpackt ihr persönliches Verhängnis in bunten Humor und garniert mit einer gehörigen Portion Selbstreflexion on top. Damit offenbart sie ihr Talent für Tiefgang und Leichtigkeit zugleich: „Nach mir die Sinnflut ist mein allerliebstes Spiel. Vorsicht, wir müssen alle evakuieren, ich hab den Selbstzerstörungsmechanismus aktiviert“. Der Song beweist ebenso Witz wie Tragik, ist zum Zuhören, Mitsingen, Tanzen, zum unbefangenen Ausleben, genauso wie zum Nachdenken. Produziert von LUF (u.a. Jan Böhmermann, Das Lum[1]penpack oder Carolin Kebekus), wurden die eigens aufgenommenen Drums im Nachhinein wieder so bearbeitet, als kämen sie aus der Konserve und sind bezeichnend für den akustischen sowie gleichzeitig fetten und direkten Sound. Gitarre und große Teile der Spurenlandschaft stammen von Spielmann selbst. Im dazugehörigen Video, das sie zusammen mit Womse (u.a. Grimme Preis Auszeichnung) produziert, wird Lisas Liebe zur Gefahr auf alltägliche Dingen projiziert. So rasiert sie sich mit einer Ma[1]chete die Beine, schneidet mit einer Kettensäge Torte und praktiziert ihre Sport-Übungen auf einer Bombe.Single Info Kamikazebaby Sowohl Musikproduktion als auch das Video machen zweifelsfrei klar, dass mit der multitalentierten Lisa Spielmann was gefährlich-charmantes als auch urkomisch-geistreiches im Anmarsch ist: „Kamikazebaby - lass die Finger von mir!“. Okay Lisa, machen wir, aber auf keinen Fall von deinem Song!

 

 

 

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