Kool Savas

Dass Kool Savas nicht nur Rap regierte, sondern nun auch auf Augenhöhe mit den ganz Großen der deutschen Pop-Industrie agierte, stellte er dann 2012 unter Beweis: Mit keinem Geringeren als Xavier Naidoo nahm er das Kollabo-Album „Xavas – Gespaltene Persönlichkeit“ auf – eine Traumzusammenarbeit, die nicht nur blanken Neid bei der Konkurrenz hervorrief, sondern Savas auch musikalisch in ganz andere Sphären hievte. Die Kombination aus der mächtigsten Soul-Stimme und dem mächtigsten Rap-Flow Deutschlands schlug ein wie eine Bombe: Platz eins in Deutschland und der Schweiz, ausverkaufte Shows, Platinauszeichnung. Savas war in einer Sphäre angelangt, die mit dem Begriff „Erfolg“ kaum mehr hinreichend zu beschreiben war. Zeitsprung ins Jahr 2014: Jeder weiß, dass Kool Savas der unbestrittene King of Rap ist. Aber alle fragen sich: Was macht er denn jetzt? Wird er sich nun endlich mal ausruhen und nach zwei Nummer-1-Alben in Folge, drei ausverkauften Tourneen sowie Gold- und Platinauszeichnungen ein wenig kürzer treten? Und was für eine Musik wird er nun machen, nachdem er sich zunächst den Untergrund, dann die deutsche Rap-Szene und schließlich die Pop-Welt untertan machte? Die Antwort ist simpel: Kool Savas macht Rap. „Märtyrer“ ist schlicht und ergreifend ein Brett von einem Album. Kein Image-Firlefanz, kein gefälliger Tralala-Pop, kein Bullshit – hier geht es um Rap in seiner reinsten und spannendsten Form. Beinhart produziert von u.a. DJ Smoove, KD Beatz, Gjana Khan, Cuebeatz und Savas selbst, bringt der King of Rap seine Kunst hier in atemberaubender Weise auf den Punkt: Innovative, atemberaubende Flows am laufenden Band laden eine neue Generation von Rappern zum abermaligen Nachahmen und Scheitern an, Savas spittet mit einer Energie und Präzision, dass einem schier schwindlig werden könnte – und beweist damit erneut, dass er technisch in Sphären agiert, die schlicht und ergreifend nicht mehr nachvollziehbar sind. Die Aura des King of Rap strahlt wie eh und je. Und wer tatsächlich glaubte, Savas habe über seinen Erfolg der letzten Jahre den Biss verloren, der wird auf „Märtyrer“ ein ums andere Mal eines Besseren belehrt – das hier ist das exakte Gegenteil einer Pflichterfüllung, sondern eine Lehrstunde in Sachen Motivation. Und vor allem der glaubwürdigste Move, den Savas hätte machen können.

 

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