Karwendel

Wie nehmen wir Zeit wahr? Ganz im Augenblick oder im großen biografischen Bogen? Auf seiner Debüt-EP „Für den Moment‟ bringt der Hamburger Singer-Songwriter Sebastian Król alias Karwendel alles zum Schwingen – das Flüchtige ebenso wie lange in uns nachhallende Geschichten. Ein Miniaturliederzyklus aus fünf Songs. Zwischen Liebe und Zerstörung, Vermächtnissen und Demut. Der Mensch tickt nicht linear. Eben noch denkt er über die eigene Sterblichkeit nach und im nächsten Moment erfreut er sich an einer Tasse Kaffee.  „Einzige Welt" ist eine hell schillernde Hymne auf diese paradoxe Gleichzeitigkeit. Das Alltägliche und das Ewige liegen nur einen Gitarrenakkord auseinander. Und eine Klarinette spielt frei auf, als wolle sie dem Tod davonfliegen. „Ständig neu verliebt" wiederum erzählt davon, wie sich unser Inneres in nur wenigen Stunden verwandeln kann: Im sachte wogenden Duett mit Laila Nysten besingt Król, wie die Euphorie der Nacht am nächsten Morgen allmählich zur Erinnerung wird. „Zusammen" schließlich verhandelt die Kraft, die in der Trauer liegt. „Das Lied betont den positiven Effekt eines gemeinsamen Verlustes: Dass die Hinterbliebenen enger zusammenrücken und füreinander da sind‟, sagt Król. Es ist eine eigensinnige Zeitlosigkeit, die Karwendels Lieder prägt. Obwohl auf Deutsch getextet, klingen die Lyrics im Fluss von Karwendels Gesang wie eine eigene Sprache. Als verdichte er all die viel gehörten Vorbilder aus dem angloamerikanischen und skandinavischen Raum zu einem ganz eigenen Duktus. Mit unaufdringlicher Vielschichtigkeit fügen sich Piano, Geige, Klarinette und Saxofon in das klassische Bandarrangement aus Gitarre, Bass und Schlagzeug. Mal schwelgen die Instrumente in brüchiger Zärtlichkeit, mal dringen sie fein verstörend in die Tiefe.

 

 

 

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