Julian Sengelmann

„Ich glaube, dass man in ganz unterschiedlichen Kontexten immer mal wieder kleine Inseln im Kopf finden muss, die einem helfen sich neu auszurichten oder überhaupt wieder klarzukommen. Sehnsuchtsorte. Orte, an denen alles auch mal einfach gut sein kann, wenn man sich selber schon wieder verfranzt hat. Und das gilt natürlich auch für Beziehungen...“. Kein Ort der Welt ist mit mehr Kitsch, mehr Plattitüden, mehr Schnulzen behaftet als PARIS. Auf keinen Ort der Welt trifft das triefende romantische Klischee mehr zu. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat der Hamburger Musiker, Schauspieler, Moderator und Theologe Julian Sengelmann in seiner neuen Single PARIS aus dem neuen Album „13“, das am 28.4.17 auf dem Independent-Label Chateau LaLa das Licht der Welt erblickt, die französische Hauptstadt als vermeintlich heiligen Pilgerort Frischverliebter gewählt und es das „Mekka an der Seine“ genannt. Die eigene Leichtigkeit wiederentdecken, wenn man wieder mal zu verkopft wird. Sich selbst und die Liebe endlich mal verlieren, um sich überhaupt erst wiederfindenzu können. „Und wir schwören wie in Filmen und glauben uns selbst...“. Na klar wirkt das auf den ersten Blick plakativ. Na klar ist das Pop.Und na klar kriegt man das kleine Lied nicht mehr aus dem Kopf. Aber vielleicht ist PARIS ja auch die heimliche innere Aufforderung, manchmal ein bisschen weniger Deutsch zu sein. Manchmal hilft es, ein Leben erst ein bisschen zu leben, bevor man darüber Lieder schreibt, die entweder so voller Plattitüden sind, dass sie zwar Millionen Menschen mitgrölen, man aber doch immer ein undefinierbares Gefühl von Fremdscham mit sich rumträgt. Oderman auf der anderen Seite so unglaublich angestrengt und verkrampft versucht, jedwede Form von großem Gefühl, von Gehalt, Weite, Intimität, manchmal auch Kitsch... eben von der ganzen ehrlichen Palette an wahnsinnigen Wahrheiten, die das Leben so mit sich bringt, krampfhaft zu vermeiden. Pseudointellektuelle Muckerpolizeimucke. Julian Sengelmann glaubt immer noch an das vom Blumentopf mal aufgestellte Diktum „Man sagt, dass die Straße aus der man kommt, den Charakter prägt..“ und weil er selbst aus dem Mittelweg in Hamburg kommt, hat das Leben auch seinen Charakter und sein am 28.4.2017 erscheinendes Album 13 geprägt. Vielleicht unterscheidet genau das ihn auch von der unendlichen Vielzahl junger Männer, die auch mit Akustikgitarre in der Hand und deutschsprachigen Liedern momentan die hiesige Musiklandschaft bevölkern: Julian Sengelmann scheut sich nicht, mühelos zwischen diesen beiden üblichen Polen deutschsprachiger Musik zu schweben – den Mittelweg zu nehmen in einer von Schubladen besessenen und definierten Zeit und Welt. Und das liegt mit Sicherheit auch daran, dass er selbst wahnsinnig viele unterschiedliche Dinge in seinem Leben unter einen Hut bringt: Musiker, Schauspieler, Fernsehmoderator, Autor, Sprecher und Theologe... Jemand, der das Leben in den unterschiedlichsten Facetten kennengelernt hat, der zwischen Sterbebegleitung, eigenen Fernsehreihen und Konzerten mit 25.000 Menschen pendelt und genau deshalb auf seinem Album all das in seiner Musik zusammenbringt. In mal Kapriolen schlagender Poesie, dann wieder in ganz klarer Einfachheit und unbeschwerter Größe zum Mitsingen und Tanzen und dann doch wieder in entwaffnender und zerbrechlicher Ehrlichkeit. „Ich wollte lieber ein Album machen, das versucht die Vielfalt, die man selber ja täglich lebt und erlebt, zu erzählen, als mich an ein Schema zu halten, das – einmal gewählt – auch sklavisch vorgibt, wie alle Lieder zu klingen haben.“ Herausgekommen ist 13. Na klar ist das Pop. Und na klar kriegt man diese Lieder nicht mehr aus dem Kopf – auch, wenn manch einer das mit Sicherheit nicht möchte. Aber entgegen der aktuellen Hörgewohnheit wollten Julian Sengelmann und seine beiden Produzenten Tommy Peters (BLITZKIDS Mvt.) und BenniDernhoff (Johannes Oerding / Revolverheld) ein ganz organisches Album machen. Also: keine Synthies, keine Programmings, keine Samples. Einfach nur sensationelle Instrumentalisten, wunderschön arrangierte Linien und die warmen Vintagemikros der heiligen Hallen des Hamburger H.O.M.E. Studios. Herausgekommen ist ein zeitloses, liebevolles und ehrliches Album: 11 Songs und mindestens doppelt so viele Videos, die zum Teil in Japan gedreht wurden. Und auch hier bleibt Julian Sengelmann der selbst gegebenen Marschroute treu: so gibt es sowohl große cineastische Video-Inszenierungen als auch Oneshots aus Tokio, bei denen spontane Straßenkonzerte im berühmten Yoyogi-Park oder in traditionellen japanischen Restaurants gespielt wurden. Das Leben ist bunt und die Welt ist groß – und genau so ist das neue Album 13 des Hamburger Künstlers Julian Sengelmann.

 

 

 

 

 

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