Girlwoman

Am 05.11.2021 erscheint bei Staatsakt das Debüt-Album von GIRLWOMAN. Es trägt den Titel „Das große Ganze“ und enthält 11 Songs aus den unendlichen Weiten des Pop-Alls zwischen Indie, Electronic und Future-Soul. 11 Kapitel einer großen Erzählung mit dem Wissen, dass Alles da drinsteckt, und es doch lange nicht Alles sein kann. „Das große Ganze ist eine Liebeserklärung an die Schönheit der Dinge vor der Kulisse meines Lebens“, sagt GIRLWOMAN über ihr Album, das sie zusammen mit dem Musiker und Produzenten Rasmus Exner in ihrer Wohnung in Bielefeld im Laufe der letzten drei Jahre aufgenommen und produziert hat. Bereits im Mai 2020 erschien ihre erste Single „Rote Riesen schlafen nicht“. Ein somnambules Rave-Stück, das weit über die Grenzen der ostwestfälischen Stadt aufhorchen ließ. Ein pulsierender Song mit einer unnachahmlichen Stimme, die irritierend irrlichterte zwischen kindlichem Charme und erwachsenem Ausdruck. GIRLWOMAN glaubt sowieso nicht an das abrupte Ende der Kindheit mit dem Einritt in irgendein Erwachsenenalter. Ohnehin verdrängen wir im Alltag, in einem Leben voller Terminkalender und vermeintlich zweckrationaler Entscheidungen, emotionaler Vergletscherung und Angst nur leider allzu oft das Kind in uns und verlieren uns lieber in haarspalterischen, vulgo: erwachsenen Diskussionen mit uns selbst und den anderen - bis am Ende das „Tick Tack Trauma“ steht. Noch so ein großer, vorab ausgekoppelter Song von GIRLWOMAN. „Das große Ganze“ beginnt mit einem eher verträumten Blick durch ein „Prisma“. Ein Clubtrack. Tanzende Menschen im Nebel und Laserlicht kommen einem beim Hören in den Sinn. Obwohl der Song eigentlich eher von Einsamkeit handelt. Von merkwürdigen, halluzinogenen Lichtreflexen beim nächtlichen Umherschweifen im Dschungel der Stadt in menschenleere Gassen zwischen Glas und Beton. GIRLWOMAN singt: „Deine Haut schmeckt nach Zement“. Was für eine schöne, märchenhafte Beschreibung einer Häuserfassade. Überhaupt, es sind immer wieder die physikalischen Körper und Gebilde, die GIRLWOMAN in ihren Song-Texten fesseln: „Mein Kopf ist ein Bilderbuch mit einer gewaltigen Sammlung an Momentaufnahmen. Ich suche nach einem Zuhause in den Dingen selbst!“, sagt die Künstlerin über die Inspiration ihrer musikalischen Bilderwelten: „Strom, Linie, Form, ich fühl mich irgendwie verloren!“, heißt es an anderer Stelle in dem Song „Strom, Linie, Form“, in dem sie mit einer Geige und einer Bratsche ein ganzes Streichorchester in endlosen, nacheinander aufgenommenen Spuren im Home-Studio ersetzt. Dazu ein Drum-Computer und analoge Synthesizer. Wie groß heute nur zwei Menschen mit ihren Maschinen aus einer kleinen Wohnung in Bielefeld klingen können: Fantastisch! Gemischt hat das Album übrigens die französische Grammy-Preisträgerin Veronica Ferraro, mit der im letzten Jahr eine künstlerische Freundschaft entstanden ist. Sie hat dem großen Ganzen noch etwas Sternenstaub zugefügt. Wenn wir GIRLWOMAN nach ihren musikalischen Vorlieben befragen, nennt sie die Dirty Projectors, Anohni oder Moderat genauso selbstverständlich wie Herman Van Veen oder Friedrich Lichtenstein. Auch dem Berliner Pianisten Lambert hört sie sehr gerne zu. Mit ihm zusammen ist auch der Song „Ab morgen ist alles anders“ entstanden. GIRLWOMAN hat es sich nicht nehmen lassen, die Illustrationen des Cover-Artworks selbst zu gestalten. In der Vinyl-Edition sind es 8 verschiedene Motive auf Karton gedruckt. Das Plattencover dient hier – im Gegensatz zur formatierten digitalen Welt - als eine Art Passepartout.  Darin eingelegt gezeichnete Illustrationen, die aus der Musik heraus entstanden sind. Mal monochrom, mal farbenfroh. Klare Linien und Perspektiven, immer wieder durchkreuzt von GIRLWOMANs Phantasmen. Die hohe Kunst der Abstraktion. Kinderleicht. Großer Pop! Auch wenn ein Teil dieser Produktion während der Corona-Zeit stattgefunden hat, legt GIRLWOMAN großen Wert darauf, dass „Das große Ganze“ kein Corona-Album geworden ist. Es ist nicht mehr und nicht weniger als: Das große Ganze!

 

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