Fatoni

Ich laufe durch Dexters Flur in Stuttgart und stoße mir den kleinen Zeh an zwei Bilderrahmen, die am Boden stehen. Eine Goldplatte für Caspers Album XOXO, eine Platin Platte für Cros Album Raop. Dexter, warum stehen die hoch geschätzten Auszeichnungen der Phonoindustrie hier am Boden? Dexter hatte bisher keine Zeit sie aufzuhängen… klar… Die Dinger stehen da ja erst seit 3 Jahren. Na gut, etwa so lange frickelt Dexter jetzt schon mit Fatoni an deren gemeinsamen Album. Sowas macht 2015 doch niemand mehr… Über 3 Jahre an einem Album komponieren und schreiben. Und dann nennen die das Ding auch noch „Yo, Picasso“! Sind die größenwahnsinnig? Oder ist das irgendein pseudo bildungsbürgerlicher Anspruch? Gut, da steht „Yo“ wie im HipHaaaap üblich, aber was soll das? Googled man den Scheiß, findet man heraus: „Yo Picasso“ heißt „Ich, Picasso“ und ist der Name eines Selbstportraits von… na ja… Picasso als er 19 war. Irgendein reicher Sack hat für das Bild fast 48 Millionen Dollar gezahlt, weil Picasso darin zum ersten Mal seinen unverwechselbaren Style gezeigt hat. Ok, I get the Message. #Eigener Style, #erstmalig, #legendär... Aber mal im Ernst: Dass Dexter ein krasser Produzent ist, wird sicher nicht erst ab diesem Album klar. Und Fatoni? Der Typ hat mit seiner Münchner Rap Crew Creme Fresh drei Alben rausgehauen, ein Album mit Edgar Wasser, ein Solo Album und letztes Jahr eine quer durch die Presse von Musikexpress bis Noisey hart abgefeierte EP. Er war mit Blumentopf und Main Concept auf Tour und Ende 2015 nehmen ihn noch Fettes Brot, Antilopen Gang und Weekend mit. Der will jetzt zu seinem Style gefunden haben? C’mon! Was soll denn da noch kommen? – Yo Picasso!

 

 

 

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