Exclusive

Exclusive – "Wenn die Melancholie von Morgennebel eine Synth-Melodie wäre, würde sie vermutlich so klingen wie der Beginn von „Oslo“. Vier Jahre haben die Post-Popper von Exclusive sich Zeit für neue Songs gelassen. Gut so: Diese haben das Zeug, deutschsprachige Musik impulsiver, ästhetischer zu machen. Und Exclusive wären nicht Exclusive, wenn sie dieses schwebende Anfangsbild ihrer ersten Single des neuen Albums „Lieder für die Autobahn“ einfach so stehenlassen würden. „Mach deine Augen auf“, tönt stattdessen die Stimme von Sänger Fabian Bottler, die man auch noch aus 1000 Leuten heraushören würde. „Ein weites Feld aus Meer und Stein. Sag mir, was du am Ende weißt.“ Eine ganze Welt in zwei Sätzen. Das kriegen die wenigsten hin. „Oslo“ leitet ein neues Kapitel für die fünf Münchner ein – und schenkt auch der hiesigen Musiklandschaft neuen Antrieb: Understatement gepaart mit Experimentierfreude. Knapp zwei Minuten Zeit lassen sich die Musiker, bis sich der Grauschleier lüftet und der Refrain wie ein Lichtstrahl hereinbricht. Das muss man sich heutzutage in der Popmusik erstmal trauen. Aber Exclusive haben die Zeit. Sie nehmen sie sich einfach. Diese lässige Selbstsicherheit hatten sie schon immer. „In Gedanken, in Gedanken sind wir zu zweit, doch beide allein“, singt Norwegen-Fan Bottler wie eine Art Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich für die Generation Y. Kaum eine andere deutsche Band bringt die Ambivalenz unserer Zeit so auf den Punkt, vereint die Leichtfüßigkeit von Indie-Club-Beats mit Zeilen zwischen Sehnen und Schwermut. „Lass meine Seele nie mehr los!“, bricht es mitten in „Oslo“ aus Bottler heraus. Wenn so die erste Single klingt, kann das neue Album sowas von kommen." Es ist Zeit seine Meinung zu sagen und Haltung zu zeigen! Und es ist Zeit mit Angepasstheit und Stereotypen zu brechen! Mit ihrer neuen Single „Wo ist der Punk?“ des im Mai erscheinenden dritten Albums „Lieder Für Die Autobahn“ setzen die Jungs genau dafür ein starkes Zeichen. „Wer hat gesagt, dass ich alles mag? Und ob du irgendwelche Leute kennst, interessiert mich nicht!“, singt Fabian Bottler und meint damit all die Mitschwimmer, die Gefallsüchtigen, die Wichtigtuer in unserer heutigen Social-Media-Zeit. Exclusive ist unbeeindruckt von Szene-Gelaber oder berechnendem Alles-Abliken. Dem Immer-Höher-Immer-Weiter, der sinnlosen Suche nach dem neuen Trip – sei es das nächste Instagram-Reiseziel oder dem Drogenrausch. Dazu dröhnen markante Bässe, perlen ausgeklügelte Synths – getragen von einem Rock-Draufgängertum, das an die Britpop-Anfänge des Kollektivs erinnert. Aber Bottler verfällt in „Wo ist der Punk?“ nicht etwa in destruktiven Kommentarspalten-Hass. Er und seine Bandkollegen, allesamt Freunde seit Kindertagen, wünschen sich eben nur etwas mehr Eigensinn – und das passt. Denn Exclusive sind nicht nur eine Band. Das selbsternannte „Post-Pop Soundsystem“ füllt mit seinem ästhetischen Electrosound mal eben die Lücke zwischen Indie und Mainstream – und zwar mit Musik auf Deutsch, die sich etwas traut. Endlich. Um diese typische Eigenwilligkeit auf den Punkt zu bringen, braucht die neue Single nur 3:20 Minuten. Exclusive injizieren darin die Energie und Aufmüpfigkeit von Punk im heutigen Pop. „Komm auf den Punkt und sag, was du sagen sollst“, singt Bottler. Und: „Das bist nicht du oder ich, sondern irgendwelche Leute da.“ Weil Geschöntes eben nicht das Echte ist. Und weil es nervt. Und weil Exclusive Ästheten sind, gibt es im Musikvideo Graffiti auf nackten Körpern, mit Rosen verdeckte Brüste und von Motorrädern aufgewirbelten Staub. Wo ist der Punk geblieben? Zumindest bei Exclusive muss man ihn nicht lange suchen!

 

 

 

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