Die höchste Eisenbahn

Irgendwann 2015: Die Höchste Eisenbahn macht wieder Musik. Im eigenen Studio, ohne Produzenten, ohne Zeitplan, ohne Rücksicht auf Jahreszeit und Biorhythmus. Trommeln werden bespannt, Saiten aufgezogen, Drum Machines entstaubt und Hüpfburgen aufgeblasen. La Boum, die Fete geht weiter! Erst wird ins Blaue musiziert, Felix Weigt, Max Schröder, Moritz Krämer und Francesco Wilking denken an nichts, nur dass der eine Akkord eine Schaukel und der andere eine Gewitterwolke ist. Wie großen Spaß es macht, dabei zu sein, wenn der Beat reinkommt. Dass man diesen oder jenen Teil gar nicht lange genug spielen kann...

Aber dann kommen die Fragen.
„Wer legt die Leitungen durchs Meer?“
„Wer bringt mich jetzt zu den Anderen?“
„Wo endet das?“
Und die Fragen enden alle in den Liedern, zusammen mit den Menschen, die sie aussprechen. Da ist Louie, der nicht versteht, warum seine Freundin so rastlos ist. Kette, der alles gegen die Wand fahren will. Timmy, der sich grundlos wehtut und Lisbeth, die verbotenerweise rot wird, wenn sie „Ich liebe dich“ hört. Die Welt, in der diese Kurzgeschichten spielen, also die Musik, lässt sich mit Pistole auf der Brust durch drei Adjektive beschreiben: warm, leicht, weit. Natürlich fährt hier Popmusik-Geschichte mit. Die Zurückgelehntheit von Fleetwood Mac, die kindliche Crazyness der Talking Heads und der Schluffie-Folk-Funk der Allmann Brothers zum Beispiel. Wir hören auf dem Album die langgeliebten Dx7-Brass-Synths und Juno-Pads, aber zum ersten Mal auch Bongos und Motown-Streicher, sogar eine chinesische Viola. Ist das Weltmusik? Und wenn ja – warum nicht? Die Höchste Eisenbahn erfindet durch Kombinieren, durch Schichten Calypso mit Nintendo, Yachtrock mit Dream Pop. Und die vier Musiker schauen dabei nicht auf ihre Schuhe, sondern in den Himmel, der immer noch jeden Tag blauer wird.

 

 

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