Das Lumpenpack

Heute erscheint das neue Album „emotions“ von DAS LUMPENPACK auf CD & Vinyl. Nach einer ausverkauften Tour 2019/2020, einem Direkteinstieg auf Platz 14 der deutschen Album- charts für „Eine herbe Enttäuschung“ (2019) folgt nun das sechste Album des jüngst um den „Rest der Band“ erweiterten Duos, Max Kennel und Jonas Frömming. Mit der Rockhymne „WZF?!“, einem Abgesang auf das Jahr 2020, schlägt die nun fünfköpfige Band samt Drums, Bass und Gitarren die Tore zu „emotions“ laut und weit auf.
Ein eröffnender Knall, für alle, die ihn bisher nicht gehört haben. Mit über 3 Millionen Streams, einschlä- gigen Rock und Pop Playlisten und einer sehr klaren Handschrift zeigt sich die musikalische Weiterent- wicklung, ohne das zu verlieren, was DAS LUMPENPACK seit jeher ausmacht. Kennel und Frömming kommentieren ihre Umwelt auf eine Weise, die im deutschen Sprachraum sonst nicht zu finden ist, witzig, zynisch, hart ohne gemein zu sein, im gelungenen Spagat zwischen tagesaktuell und zeitlos. Die zwölf Songs auf „emotions“ sind gewohnt verspielt und bereit Grenzen eines Genres zu ignorieren, ohne den eigenen Sound zu verlassen. Die Gitarren und Drums, die eingängigen Riffs und die neue Tanz- barkeit der Songs stehen ihnen gut, ohne die textliche Qualität zu unterwandern. „Dolce Wohnen“ (VÖ 16.07.) verspottet die Selbstgefälligkeit des modernen Großgrundbesitzers, der SegelschuhträgerInnen. „Andere lassen für sich arbeiten, ich lasse für mich wohnen“, textet DAS LUMPENPACK auf absurd wahre Weise. Diese Bissigkeit durchzieht „emotions“ wie ein roter Faden. Dass es „Warm im Altenheim“ wird, wirkt im gleichnamigen Track wie das kleinste Übel einer Klimadys- topie, die zum fröhlichen Mitsingen auf dem dünner werdenden Eis einlädt. „Einfache Gefühle“ spielt mit der Ambivalenz von Kritik an der Konsumgesellschaft und der schieren Unmöglichkeit den eigenen Konsum einzuschränken. Ähnlich introspektiv singen Kennel und Frömming in „Liebe Grüße“ der eigenen Bubble eine Hymne. Denn zwischen einsamer Individualität und kollektivem Durchschnitt liegt irgendwo der Sweet Spot, an dem man versichern kann: „Liebe Grüße, sorgt euch bitte nicht, ich kenn’ jetzt ein paar Leute, die dasselbe fühl’n wie ich.“ - ein Zuhause in der Nische. Aber auch der vermeintliche grobe Unfug kommt auf „emotions“ nicht zu kurz - Nummern wie „Haus- KindBaum“, „Immer noch drauf“ oder „Henning May“ offenbaren die diebische Freude an Sprachspielereien und absurden Ideen, die seit jeher fest in der DNA von DAS LUMPENPACK verankert ist. Dass man die Pandemie-Monate neben den eigenen vier Wänden größtenteils im Internet verbracht hat, schlägt sich mit den Tracks „Die Liebe in Zeiten von Amazon Prime“ und „Magst oder stirbst“ auch auf „emotions“ nieder. Während „Magst oder stirbst“ ungewohnt düster und ernst für einen DAS LUMPENPACK Song das Thema Hass im Netz und wie damit umgegangen wird abreißt, kommt „Die Liebe in Zeiten von Amazon Prime“ für Bandverhältnisse beinahe poppig-aufgedreht daher und unterstreicht mit clean nach vorne marschierenden Gitarren die im Text behandelte Schnelllebigkeit der Liebe in ei- nem Kosmos, wo alles sofort und überall verfügbar scheint. Zwischen all der Energiegeladenheit und der Bereitschaft zur Auseinandersetzung markieren „Ein Schlaflied für Aufgewachte“ und nicht zuletzt „Wenn alle wären wie wir“ einen perfekten Kontrapunkt auf „emotions“. Das ausschließlich von Klavier begleitete Schlaflied kommt dabei beinahe einem Ausflug in die Comedy- und Kabarettvergangenheit der beiden gleich, so wurde der Song im Dezember 2020 im Zuge der Querdenken-Proteste veröffentlicht und setzt sich kritisch damit auseinander. In „Wenn alle wären wie wir“ beweisen Frömming und Kennel hingegen ihr erstaunliches Gespür für Balladen und formulieren mit sympathischem Witz eine Gesellschaft, die nicht über das Lagerfeuer hin- ausgekommen wäre, aber das immerhin gut gelaunt. Mit „emotions“ liefert DAS LUMPENPACK ihr sechstes und bisher definitiv bestes Album ab. Politischer, konzentrierter, emotionaler. Ein Album, auf dem man fündig werden kann, auch wenn man nicht sucht. Ein Album für alle Menschen, die schon Mal Gefühle hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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