Das Ding ausm Sumpf


Das Ding ausm Sumpf – Rapper, Opernsänger, promovierter Volkswirt. Die Musik, die es macht, sollte seine Welt berühren. Doch wer ist Das Ding ausm Sumpf? „Im weitesten Sinne HipHop, wie man ihn selten findet: versponnen und klug getextet (wie von Käptn Peng), und im Sound dicht und doch leicht“ meint die Süddeutsche Zeitung. Die Puls-Redaktion des bayrischen Rundfunks schwärmt „intelligente Texte und fette Beats (…) als würden Marteria und Käptn Peng ein Kind bekommen“. „Die klugen Texte und der feine Indie-Sound vermitteln auch bei unangenehmen Themen eine seltene Leichtigkeit. Diese Verbindung ist in der deutschen Musikbranche momentan nicht oft zu finden.“ kommentiert Tonspion. 1984 geboren, im Bayrischen Wald zur Schule gegangen, wächst im Klosterinternat Metten der Wunsch Rapper zu werden. Zur Schulzeit Jahrgangsschlechtester, beschließt Das Ding ausm Sumpf, um von der Musik leben zu können, das Singen von der Pike aus zu lernen. Es studiert Operngesang. Durch Schimmel im Autodach und ständige Bronchienerkrankungen reift Plan B: Das Ding ausm Sumpf wechselt zur Volkswirtschaft, promoviert als Jahrgangsbester und wird mit dem bayrischen Kulturpreis für seine Dissertation ausgezeichnet. Jetzt ab in die Bank? Oder zu einer Unternehmensberatung? Rechnung aufgegangen? Nein. Es hat noch eine Rechnung offen. Da ist immer noch dieses Pochen in der Brust. Fordernd… Und nun wieder alles auf die Karte Musik. Nach „Cool, uncool und wie man sich fühlt“, „Heute“ und „WWNW (nur weniger)“ wird nun auch endlich der Rest der „Expedition I“ EP veröffentlicht. Zusammen mit Produzenten wie Amadeus Gregor Böhm (Elektrik Kezy Mezy), Cop Dickie (Dongkong) und Benedikt Maile (Eau Rouge) findet es musikalische Türen für die Geschichten in sich, um sie da rauszulassen, ausm Sumpf. Gemischt von Jens Güttes (Kreismusik). „Heute“ ist die Hymne der Freizeit. Heute atme ich nicht ein, heute atme ich nur aus. Ganz im Zeichen der Millenials und ihres Fitness/Yoga/Achtsamkeit-Fiebers. „Heute mach ich mir meine eigenen Regeln, wie die Kirche oder die Fifa und genieße mein Leben“. „Cool, uncool und wie man sich fühlt“ ist der glühende Beweis, wie wenig Das Ding ausm Sumpf auf Genre-Grenzen gibt. Da schreit Dirk von Lowtzow (Tocotronic) im Refrain in seiner zwanzig Jahre jüngeren Version, da schlägt dieses Monster an Beat gegen die Tür in uns und das Ding beschwichtigt „klar, begreif ich, was sie wollen, ich will nur nicht so sein, wie ich soll“. In „Bei Dir“ begleiten wir ein Ehepaar, das im Angesicht der Herausforderungen des Elternwerdens sich als Paar verliert. Statt glücklicher Familie, „Mama von Montag bis Freitag, Papa von Freitag bis Samstag“. Ein Lied so unerbittlich wie groß. „WWNW (nur weniger)“ zieht textlich wie musikalisch alle Register. Da ist der Vorstandsvorsitzende einer Bank, der zu seinen Aktionären spricht. Da ist der Beat. Ein Monster in sich, das alles verräumt, das sich ihm in den Weg stellt. Mit dem Herz in der Hand und dem Kopf durch die Wand.  „Draußen bei den Windrädern“ – er lebt auf der Deponie und sucht sich dort die Einzelteile für sein Schiff zusammen. „Herz in eine leere Dose gesteckt, Kompass ohne Norden, aber mit Swag“ schreit er zwischen den Müllbergen, um am Ende nur noch auf den Wind zu warten. Den Wind, der sicher morgen kommen wird. Sicher.

 

 

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