Civo

Im Namen der Liebe geht man schon mal ein paar Extra-Meilen. Wenn man an der Seite von CIVO lebt, dann läuft man sogar nochmal ein paar mehr on top. Denn der Rapper sucht den Ausnahmezustand. Das bedeutet auch, dass er in einem Anflug von Verantwortungslosigkeit eventuell bald einen seiner schnell verdienten Sportwagen vor die Wand setzen könnte. "Treib mir meine Flausen aus" fordert er nach Sido im Update zu dessen Klassiker "Augen auf" ein und weiß dabei natürlich, dass es ganz schön fordernd sein kann, einen Platz neben ihm in seiner Welt voller idiotischem Verhalten zu haben. Denn auch, wenn CIVO es bis in die Volljährigkeit geschafft hat, lebt in ihm bis heute ein inneres Kind. Das setzt nicht nur die kreative Energie frei, die seine Erfolge der letzten Jahre antreibt, sondern hinterlässt zuweilen auch Chaos. „Mach die Augen auf" fängt in einem temporeichen Breakbeat-Pop-Gewand die etwas ungläubige Dankbarkeit ein, trotzdem geliebt zu sein. Der markante Kinderchor in der Hook gehört auch 18 Jahre später noch untrennbar zur Hook von „Mach die Augen auf", bei CIVO überlagert eine ehrliche Freude daran, sich tatsächlich in dem Leben zu vorzufinden, das er sich immer herbeigesehnt hat, den düsteren wie pädagogischen Appell des Originals. Nach vielen anstrengenden Jahren gibt bei CIVO in den letzten Monaten vornehmlich eine ganz neue Leichtigkeit den Ton an. Gemeinsam mit Maxe hat er seit Jahresbeginn in Form von "Keine Homies" und "Beverly Hills" zwei federweiche Hits veröffentlicht. Man merkt dem Rapper aus NRW an, dass der Druck, der nach seinem mit Gold prämierten Durchbruch-Hit "Weg von mir" auf seinen Schultern lag, verpufft ist. Das kommt nicht von irgendwo her.

 

 

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