Celina

„Musik ist meine Art, politisch zu sein.“ Ein Statement, das man von einer 19-Jährigen nicht unbedingt erwarten würde. Oder vielleicht doch? Celina hat in vielerlei Hinsicht eine starke Meinung, auch wenn sie das über sich selbst gar nicht sagen würde. Doch zu seinen Gefühlen zu stehen, sich auch in Momenten zu zeigen, in denen man verletzlich oder unsicher ist und sich vielleicht nicht besonders stark fühlt, ist nicht etwa ‚selbstverständlich‘, sondern ein Zeichen großer Stärke – vor allem in Zeiten, in denen social media als maximaler Weichzeichner und Filter nur die glücklichen und positiven Momente eines durchschnittlichen Lebens zeigt. Celinas Weg, sich Gehör zu verschaffen, ist die Musik. Zu sagen hat sie eine ganze Menge und am besten gelingt es ihr in Form von Songs, in denen sie all ihre Gefühlslagen und Stimmungen künstlerisch zum Ausdruck bringen kann. Musik gehörte schon immer zu ihrem Leben. „Mit 10 Jahren wollte ich unbedingt Gesangsunterricht haben,“ zitiert sie aus den Erinnerungen ihrer Mutter. Erste Live-Erfahrungen sammelte sie bereits als junger Teenager, musste ihre Band jedoch schweren Herzens an den Nagel hängen als sie mit 15 für ein halbes Jahr auf eine englische Schule ging. Der Liebe zur Musik tat dies jedoch keinen Abbruch – ganz im Gegenteil. Celina nutzte jede Gelegenheit, vor Publikum aufzutreten und sammelte in England nicht nur erste Erfahrungen als Straßenmusikerin, sondern auch beim Songwriting und Recording. Gitarre und nach Möglichkeit auch Klavier sind ihre treuen Begleiter - ihre Skills an beiden Instrumenten wären jedoch weitaus besser, wenn sie sich mehr Zeit zum Üben nehmen würde, sagt sie, doch immer wieder zieht es sie direkt ans Mikrophon – das Singen ist und bleibt ihre große Leidenschaft. Mal rauchig und fast lasziv, mal fragil und samtweich – Celinas Stimmfarbe ist außergewöhnlich und bezaubernd zugleich. Das positive Strahlen, dass von ihr ausgeht, spiegelt sich auch in ihrer wandelbaren Stimme wider. „Ich bin ein optimistischer Mensch und es wäre schön, wenn ich andere ein wenig damit anstecken kann,“ wünscht sich die Studentin, deren musikalischen Vorbilder keine Geringeren als Amy Winehouse und Aretha Franklin sind – große Namen, die sie nicht nur stimmlich inspirieren. „Diese schonungslose und zum Teil auch derbe Ehrlichkeit – diese puren Emotionen, die Amy Winehouse zeigt, finde ich total faszinierend.“ Das gilt ebenso für die Echtheit der Gefühle, die Celina ihrem großen Idol folgend auch selbst in ihren Songs ausdrücken möchte. So ist der Ende 2019 erschienenen Track „Noch mal zurück“ (Video) beispielsweise der Versuch, den magischen wie flüchtigen Zauber des anfänglichen Verliebtseins festzuhalten und immer wieder zu erleben. „Gerade am Anfang, wenn man jemanden kennenlernt, möchte man einfach jedes kleinste Detail spüren, bewusst fühlen und in sich aufsaugen. Ganz oft merke ich im Nachhinein, wenn ich zurückblicke, dass alles viel zu schnell ging. Dann wünsche ich mir, ich könnte alles genau wie es war noch einmal erleben.“ Überhaupt spielt das Thema Liebe eine große Rolle in Celinas Texten. So geht es in ihrer aktuellen Single „Sekunde 1“ (Video) um die Sehnsucht danach, die Liebe für immer festhalten zu können, denn auch Verlust gehört zu den Erfahrungen der noch jungen Hannoveranerin. Der Song verarbeitet dieses schmerzliche Erlebnis im Kontext einer sehr aktuellen gesellschaftlichen Problematik, zu der Celina klare Worte findet: „Wenn Menschen in ihrem Land bedroht werden, dann muss man ihnen hier ein neues Zuhause bieten und sie willkommen heißen.“ Für Celina selbstverständlich. „Es geht überhaupt nicht in meinen Kopf, wie man Menschen nach ihrer Herkunft beurteilen kann, ohne sie überhaupt zu kennen.“ Seit ungefähr einem Jahr schreibt Celina ihre Texte auf Deutsch. „Auf Deutsch zu schreiben, war am Anfang eine echte Herausforderung für mich, jedes Wort habe ich auf die Goldwaage gelegt. Aber ich hatte einfach Lust auf etwas Neues und jetzt bin ich sehr happy damit.“ Fürs Songwriting stehen ihr die Produzentengrößen Joshua Lange (LINA, Lukas Rieger etc.), Peter Plate & Ulf Leo Sommer (Rosenstolz, Sarah Connor etc.) zur Seite. Das Ergebnis - durch und durch emotional geprägte Texte, deren Bandbreite von fröhlich und lebensbejahend bis hin zu nachdenklich reicht. Eines haben sie alle gemeinsam – sie berühren. Celina traut sich auch an Themen wie Selbstzweifel und Ängste heran. Mit ihrem Song „Wenn das nichts wird“ (Video) schafft sie den wunderbaren Twist zwischen Hoffnung in Zeiten größter Unsicherheit, die wir alle zu gut aus eigener Erfahrung kennen. Eingängige, frische und leichte Melodien sind das perfekte Gewand für Celinas ausdrucksstarke Texte, coole Uptempo Beats und moderne Arrangements geben ihnen das gewisse Etwas. Celinas Album-Debüt ist für die zweite Jahreshälfte geplant und natürlich kann das Gesangstalent kaum erwarten, ihre Songs endlich der ganzen Welt zu präsentieren. „Musik steht für mich für Freiheit. Für die Möglichkeit, meine Gedanken und Gefühle rauszulassen.“ In Celinas Gedankenwelt dreht sich dieser Tage viel darum, wie Menschen miteinander und ihrer Umwelt umgehen. „Wir sollten respektvoller miteinander sein, einfach freundlich und einander Gutes tun. Das können Kleinigkeiten sein, wie jemanden anlächeln oder mal die Tür aufhalten.“ Auch wenn sich Celina selbst nicht für einen politischen Menschen hält, ist es nur allzu offensichtlich, dass ihr Engagement für sich, ihre Mitmenschen und Umwelt von einem starken Wertesystem zeugt. „Jeder einzelne kann etwas verändern und oft geht es doch darum, die kleinen Dinge zu sehen und wertzuschätzen. Ich finde es einfach wichtig, dass man alles, was man macht, mit Herz tut.“

 

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