August August

Mit dreamy Gitarren und schnurrigen Beats motivieren uns die Indiepopper von August August mit ihrem neuen Song „Die Katze weiß wann sie verloren hat“ zum Träumen und Dranbleiben: lasse alle Perfektion fahren und mach einfach - egal, was die anderen sagen! (Sie sind sowieso erstmal dagegen.) Fridays For Future haben das erlebt, jede*r Künstler*in hat das schon mal erlebt. Und zu mutigen Versuchen gehört auch das Scheitern (und leider oft genug die anschließende Häme der anderen). Ich hoffe, Du weißt, dass Du mir unvollkommen gut gefällst. Und ich hoffe, das bleibt, dass Du Dich unvollkommen gut in die Welt stellst. Im Tonfall durchaus weicher als die meisten Songs ihrer neuen Platte „Liebe in Zeiten des Neoliberalismus“ (VÖ: 25.02.2022) kommt hier nach sehr viel Wut im Bauch, eine Hymne für alle, die noch was versuchen wollen. Vielleicht ist ja doch noch nicht alles zu spät. Deshalb kennt dieser Song auch musikalisch nur eine Richtung: vorne. Die widerspenstige Rückkopplung gegen Ende des Songs stellt sich allen Widersachern und Schlechtmacherinnen entgegen: ein (letztes) Aufbäumen im Kampf der neuen Ideen vs. die Ideologien von gestern. Sängerin Kathrin Ost über die Entstehung des Song: „Es ist immer wieder überraschend für mich festzustellen, dass es Menschen gibt, die keinerlei Widerspruch darin sehen, Vorbildfunktionen zu predigen, aber selbst jeden Lösungsvorschlag durch Jammern, Schlechtreden und ideologische Wahnhaftigkeit zu verhindern - und darin überhaupt kein schlechtes Vorbild zu sehen. Der Text für diesen Song ist entstanden, weil es mich unglaublich geärgert und traurig gemacht hat, was teilweise als Gegenwind und blöden Kommentaren auf die FFF-Aktivist*innen zugekommen ist. Es scheint ziemlich schwer für uns Menschen zu sein, aus Fehlern zu lernen und Neues zuzulassen. Wir erleben das jetzt bei einer Vielzahl von Themen: neue Ideen haben es schwer. Der Mensch handelt wider besseres Wissen. Vielleicht war das schon immer so. Vielleicht ist das eine Bürde unserer postfaktischen Zeit. Oder denken wir zuviel in Ideologien anstatt in Ideen? Das könnte eine Erklärung sein. Es ist aber kein Trost für jemanden, der jetzt jung ist und sich seine Zukunft einfach nicht vorstellen kann. Ideen und Vorschläge kaputt zu quatschen ist leicht, einfach mal zu machen, ungleich schwerer. Und was mir in unserer Gesellschaft definitiv fehlt, ist die Anerkennung für den Versuch! Gerade die Ideen, die vielleicht noch weiter wachsen müssen oder noch keine einhundertprozentige Lösung bieten, brauchen doch unseren Zuspruch. „Don’t let perfect be the enemy of good“ - ich würde mir wünschen, dass wir uns diesen Satz öfter zu Herzen nehmen. In den meisten Fällen ist doch alles besser als die ausgetretenen Pfade, von denen wir längst wissen, dass sie nicht zum Ziel führen. Außerdem glaube ich, dass die Suche nach Perfektion uns davon abhält, wirklich kreativ zu sein. Nichts ist so langweilig wie perfektes Handwerk. Und was ist schon perfekt? Das Leben bleibt unbeschreiblich und erst in unseren Brüchen, Rissen und Reparaturen kommt die wahre Schönheit zutage. Das gilt in der Kunst. Das gilt im Leben.“

 

 

 

 

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