Alin Coen

Wie viel Schönheit, Schmerz und alles dazwischen lassen wir zu? Wie leben wir unsere zwischenmenschlichen Beziehungen? Wenn eine feinsinnige Popkünstlerin wie Alin Coen ihr neues Album „Nah‟ nennt, dann bringt sie die Komplexität der emotionalen Welt zum Schwingen. In zwölf Songs lotet sie mit hoher Intimität und berückender Ehrlichkeit die Verbindung zu nahen Menschen aus. Von ruhiger Überwältigung bis zum komplizierten Abschied, von zersetzenden Machtkämpfen bis zu bebenden Rettungsversuchen. Und so vielfältig wie diese Gefühle gestaltet sich auch die Musik zwischen Indie, Singer/Songwriter und Pop. Angetrieben werden die Lieder durch Alin Coens Gesang, der weit aufmacht und mitunter tief an der Seele zieht. Sieben Jahre haben ihre Fans auf dieses dritte Studioalbum gewartet. „Ich habe mich zunehmend gefragt, ob diese Existenz als Musikerin überhaupt zu mir passt. Ob das jetzt einfach immer weiter wächst. Oder ob da nicht noch ein anderer sinnvollerer Weg auf mich wartet‟, erzählt Alin. Sie änderte ihren Kurs, studierte Land- und Wassermanagement in den Niederlanden, arbeitete zudem bei Greenpeace in ihrer Geburtsstadt Hamburg. Und siehe da: Genau diese große Kurve im Leben führte letztlich zum Ziel. Der Abstand machte eine neue Nähe zur Musik überhaupt erst möglich. „Ich habe gelernt, dass ich mir Zeit lassen und noch konsequenter auf mich hören darf.‟ Die Klarheit, die Alin Coen in den vergangenen Jahren gewonnen hat, spiegelt sich in der gesamten Produktion von „Nah‟ wider. Bassist Philipp Martin und Schlagzeuger Fabian Stevens zählen bereits seit 2007 zu ihrer Band. Als Gastmusiker für das Album hinzugekommen sind Gitarrist Andie Mette und Pianist David Schwarz. Die Songs spielten sie in nur sechs Tagen im Januar 2020 mit dem Produzenten Tobias Fröberg live ein, der u.a. Alben mit Ane Brun und Mari Boine produziert hat. Die Radiosingle „Bei Dir“ sticht als fröhlichstes Lied heraus. Leichtfüßig und beschwingt singt Alin darin über das Ankommen und sich angenommen fühlen: „Bei dir will ich mein Herz verstauen, ich weiß, dir kann ich’s anvertrauen.“ Im Song „Bei dir‟ ist mit CATT, Celina Bostic, Naima und Mia Diekow ein kompletter Chor an hochgradig talentierten Musikerinnen zu hören. Es ist Alin Coen ein Anliegen, auch anderen Musikerinnen Gehör zu verschaffen. Deshalb engagiert sie sich für das Netzwerk „Music Women Germany‟, das die Sichtbarkeit von Frauen in der Popbranche erhöht. Zudem hat sie auf Instagram die Challenge #musicwomenwednesday gestartet, bei der sich Musikerinnen gegenseitig covern. „Man muss sich einfach immer wieder vor Augen halten, dass Frauen durch strukturelle Ungleichheit benachteiligt sind. Meiner Ansicht nach müssen Frauen im Musikgeschäft noch viel mehr entscheidende Positionen einnehmen. Die Idee ist, sich gegenseitig Räuberleitern als Aufstiegshilfe zu bauen‟, sagt Alin, die inzwischen verstärkt darauf achtet, dass ihr Team von der Technikerin bis zur Promotion auch weiblich besetzt ist. „Nah‟ ist mehr Alin Coen denn je. Dieses Album lockert und öffnet unsere Schutzschilde, sodass alles hinein darf: Liebe, Licht, Chaos, Unsagbares, Trauer, Trost, Zweifel, Scheitern, Eigensinn, Rückblicke, Merkwürdigkeiten und – ja – Nähe.

 

 

Links:

 

www.alincoen.com

www.facebook.com/alincoen