Vian

Kontraste reizen den in Hamburg lebenden Newcomer. Statt in einen nostalgischen Schleier bettet vian quirlige NDW-Synthesizer viel lieber in die Ästhetik lässiger Online Schnappschüsse und alltäglicher Kunst. Auf seinen ersten drei EPs hat er unter diesen Vorzeichen eine rohe Melange aus der Exzentrik von Trio oder Hubert Kah, dem Fashion Sense und der coolen Dada-Romantik von Cloud-Rap und der Sehnsucht von Club-Musik geformt. Schon im frühen Teenageralter beginnt vian damit auf eigene Faust erste Songs aufzunehmen. Ohne Musikunterricht oder Vorbilder im Umfeld lockt ihn der Weg als Autodidakt. Rückblickend hätte es kaum besser laufen können. Denn so findet vian seinen eigenen Stil. In dem steckt neben frechen Wortspielen und einer Liebe für Kitsch vor allem eine Wertschätzung für kleine, echte Momente, für seine Sehnsüchte und Ängste. Kurzum: Für all das, was man nicht nur mit Ästhetik ausdrücken kann. In Songs hat er die Ausdrucksform gefunden, um seine sichtbare Hülle aufzureißen und seine Person freizulegen. Und manchmal erhalten auch die bittersüßen Realisationen, die einen nach drei Stunden auf der Tanzfläche wie ein Blitz treffen, Einzug in seine Songs. "Liebe ist Krieg" zum Beispiel. Mit dieser prägnanten Zeile hat vian in den letzten Monaten auch weit über die Grenzen seiner Stadt ein virales Momentum aufgebaut und die ohnehin schon aufregenden ersten Jahre gekrönt. Damit steht er aktuell an einem Punkt, an dem er weiß, wofür er ehrlich ist. Im Januar hat er live vor 200.000 Personen am Brandenburger Tor gespielt, um sich gegen Rechtsextremismus stark zu machen. Weil er auf der Bühne und in der Kunst mehr er selbst ist als abseits davon. Bei vian geht es um das, was ohne Kunst hinter der Oberfläche verborgen bleibt, um den echten Kern seines Lebens.

 

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