Temmis

Schlechte Zeiten nähren die radikalsten Fantasien und schreiben die besten Songs — »Alles brennt«, das neueste Schaustück aus dem Hause TEMMIS, unterstreicht diese beide Thesen mit neongelbem Leuchtstift. »Alles brennt« ist ein schallendes Manifest gegen die provinzlerische Langeweile, ist ein entschlossenes "verschwende deine Jugend", ist eine Bonnie-und-Clyde- romantische Ode an die Zweisamkeit, ist ein erfrischender Ausdruck adoleszenter Rebellion. Würde es nach TEMMIS gehen, stünde alles in Flammen — alles, alles, wirklich alles; die Stadt, die Nacht, die ermüdeten Gesichter, dein Haus. Wo man vorher seinen eisigen Atem sehen konnte, wäre es dann — so zumindest die Idee — wunderbar warm. Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Tatsächlich fühlt sich das Erlebnis »Alles brennt« an wie ein surreal wetterwendischer, vierdimensionaler Traum. Um einen epochalen Film vor dem inneren Auge ihrer Hörer*innen abzuspielen, brauchen TEMMIS weder ellenlange Textblöcke noch gängige Songstrukturen. Im Gegenteil: Roman, Tizi, Alex und Emil blühen besonders im experimentellen Phasenspiel auf. Die »Alles brennt« ausschmückende, flirrend-füllige Soundkulisse durchläuft innerhalb von drei Minuten verschiedenste Stadien. Zwischen harmonisch-triumphalen Synthies und unorthodoxem Gitarrenspiel, großflächigen Störgeräuschen und Stutter-Effekten verbindet die Single NDW- typische Kälte mit Hamburger-Schule-esker, nach Sommer duftender Innigkeit. »Alles brennt« ist — zwei Monate nach dem vergleichsweise elektronisch geprägten Stück »Arterien« — die zweite TEMMIS-Single im Kalenderjahr 2023. Die aus Tübingen stammenden Schrittmacher der zuletzt vielbesprochenen Neuen Neuen Deutschen Welle platzten im Spätherbst 2022 öffentlichkeitswirksam mit ihrer vierteiligen EP »Klinge« in die deutschsprachige Indiepop-Szene. Im Dezember 2023 gehen TEMMIS auf große Tour.

 

 

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