Kafkas

…und es geht eben auch anders: einfach das eigene Ding zu machen und das zu tun, was man liebt und woran man glaubt. Egal, ob es im Trend liegt. Das ist weder bequem noch leicht. KAFKAS konzentrieren sich nicht auf Nimbus, Trendcharts oder Social-Media-Coolness. Das zahlte sich inzwischen mehr als aus, denn auch ohne Management, Produzent oder Plattenfirma wuchs die Anhängerschaft der Band kontinuierlich, und wirkliche Plattenberge verkauften sich alleine über die Webpage der Band - in einer Zeit, in der die Musikbranche von einer "Krise" spricht. KAFKAS passen in keine Sparte. Gebe es eine, dann die für intelligente und zeitlose Pop-Musik mit Charme und Herzblut, angereichert mit den guten Momenten der Neuen Deutschen Welle aber ohne peinliche Altherrenrock-Attitüde. KAFKAS eine emanzipierte Ex-Punkband, die Ansprüche an sich und ihre Umwelt stellt, sich weiterentwickelt und wirklich gute Songs schreibt – und Humor hat. Die Auftritte sind durch selbstironische Seitenhiebe und Kommentare immer extrem unterhaltsam. KAFKAS sind eine Alternative zum Alternative-Genre. Jetzt kommt am 26. August das sexy sechste Album namens "St. Helena" mit 13 flotten Tracks. Gemischt wurden die neuen Songs von Mathias Jakob, der bereits für die Namensvetter KAFKA TAMURA ein goldenes Ohr bewies und MILKY CHANCE zu echten Rockstars machte. Nichts ist so trostlos und erdrückend wie ein Szene-Ghetto. Und deshalb ist es einfach viel cooler uncool zu sein. Die Band braucht und möchte niemandem mehr etwas beweisen, was sich sehr befreiend auf die Musik und die Arbeitsweise auswirkt. Die Band hat sich jahrelang den Hintern auf den Autobahnen wund gesessen und so ziemlich jeden Club mit einer Stromverbindung einen Besuch abgestattet. Dabei wurden Bürowände der Sozialarbeiter der Republiken ebenso zum Wackeln gebracht wie die Bühnen renommierter Festivals. Doch während andere Bands zum neuen Tonträger verstärkt live spielen, haben KAFKAS sich entschlossen, sich auf die stets wachsenden Bandarbeiten, die neben den Konzerten anfallen, zu konzentrieren – denn KAFKAS mögen in sozialen Medien Zwerge sein, aber in Sachen Direkt-Tonträger-Bestellungen sind sie kleine Kaiser! Hinzu kommt, dass die Band anstelle von teuren Autos ein eigenes kleines Tierasyl ins Leben rief, welches täglichen Einsatz fordert. Und man möchte verhindern, dass bis zum nächsten Albumrelease wieder Unendlichkeiten vergehen. Aber jetzt erheben wir erst einmal das Glas auf "St. Helena"! Prost! In einer Zeit, in der es immer schwieriger zu werden scheint auch physische Tonträger zu verkaufen, ist es nicht unbedingt die sicherste Option ein Album ohne größerem Plattenlabel im Rücken zu veröffentlichen. Dennoch entschieden sich Kafkas dazu, auch das 6. Album trotz vorliegender Angebote wieder auf dem eigenen Label herauszubringen. Geringes Budget, kein Prestige und limitierte Kapazitäten, aber volle Leidenschaft, feste Überzeugungen und ein selbstbewusster Tonträger - das sind die Zutaten. Im Falle Kafkas hat sich der Mut mehr als ausgezahlt. Und so liegen die Ergebnisse deutlich über allen Erwartungen. Doch darum geht es in erster Linie gar nicht. Das, was der Band etwas bedeutet, wird nicht primär in Zahlen gemessen und ausgedrückt. Auch abseits der Verkaufszahlen konnte sich die Band über hübsche Geschichten und Erfahrungen freuen. So wurde die letzte Single bei mindestens zwei Hochzeiten als das persönliche Hochzeitslied auserkoren. Beide Male hörten die Brautdamen den Song im Radio und fanden, dass dies genau der richtige Hochzeitssong wäre. Eine große Ehre, findet die Band. Ist die Mischung aus Pop, NDW, Elektro und Punk-Spirit nur eine Nischen- und Sparten-Musik? Wenn, dann wohl nur aufgrund chronischer Unterschätzung - aber ganz sicher nicht durch mangelnde, positive Resonanz seitens der Hörer oder Zuschauer. Bekamen Kafkas eine Chance, so ist das Feedback fast immer sehr gut bis geradezu euphorisch. Hier gibt es auch eine Version mit Bläsern. Was ursprünglich eigentlich nur eine verrückte Idee war: als Markus Gabi Kafka zufällig hörte, wie der Musikverein des Ortes, in dem er lebt, einem Ortsbewohner ein Ständchen spielte, dachte er sich, dass es bestimmt interessant klänge, wenn diese einen Kafkas-Song spielen würden. Als dann TV Sender bezüglich eines Beitrages zur neuen Platte auf die Band zukamen, schlug Markus vor, hierfür etwas gemeinsam mit den Musikern des Ortes zu organisieren. Also setze er sich über den Ortsvorsteher mit den Musikern in Verbindung. Diese fanden die Idee zwar auch verrückt, waren aber sofort bereit mitzumachen. So kam es, dass Songs und Noten ausgetauscht wurden und kurz darauf ein Probe- und Aufnahmetermin stattfand. Als die Bläsergruppe dann die ersten Noten der Band spielten, waren sowohl Band als auch die Bläser euphorisch und begeistert. "Da machen wir mehr!", war spontan beschlossen! Und so wurde nun ein gemeinsamer Videoclip gedreht und Kafkas-Songs mit den Bläsern des Musikvereins veredelt. Ja, und dass es allen wahnsinnigen Spaß macht und dabei auch noch eine echt spannende Mischung entsteht, hört und sieht man. Alternativer Elektro-Pop trifft auf zünftige Bläsergruppe - Provinz-Gold, sozusagen.

 

 

 

 

Links:

 

www.sklavenautomat.de

www.facebook.com/DieKafkas