KANAL

„Ich bleibe hier. Ich bleibe hier bei dir. Ich schlenkere durch die Feierabendstadt.“ Was wie eine trotzige Drohung und Liebesbekundung zugleich klingt, ist KANALS Ode an die Kleinstadt. Guben, Kamen, Sangerhausen: die Hälfte der Deutschen lebt in Mittel- und Kleinstädten, also Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern. Hier, wo das Internet stockt, die Grashalme den Asphalt aufsprengen und es sich kaum mehr lohnt, Werbung zu platzieren, eiert Tobias Buder auf dem Drahtesel übers Kopfsteinpflaster und verliert sein Herz an die stinknormalen Bürger. Diese "STINOS" haben sich dem Stillstand hingegeben, aber anders als in Moritz von Uslars Buch „Deutschboden“ hat Buder- in Cottbus geboren und aufgewachsen - wirklich etwas übrig für die scheinbar Vergessenen, Gestrigen, Abgewickelten. "Feierabendstadt" ist eine Fahrt mit der Regionalbahn durch Landschaften, in denen nichts mehr hält. Abriss und Wiederaufbau! Eine Hommage an all das Kaputt-Unspäktakuläre. Dass der große Ausverkauf des Ostens und anderer Wüsten noch immer stattfindet, zeigt das Musikvideo zur Single, indem wir als Kleinstadt-Kartell das Land auf der Karte unter uns aufteilen. So wird die Textzeile „Die Zukunft ist Vergangenheit“ emblematisch: Sie zeugt von der absoluten Stagnation in kapitalistischer Regression, doch auch eine ferne Utopie flammt auf: Was, wenn der „Glaube an die Zukunft“ nicht zum Nostalgie-Grind gerinnt sondern tatsächlich etwas in Gang setzen kann? Möge das Gebilde auch noch so schwanken, wir singen mit: Ich bleibe hier bei dir...

 

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